Forschende des APC Microbiome Ireland an der University College Cork untersuchten erstmals gezielt, wie Kaffee die Mikrobiota-Darm-Hirn-Achse beeinflusst. Hierzu wurden regelmäßige Kaffeetrinker mit Nicht-Kaffeetrinkern verglichen. Nach einer zweiwöchigen Kaffeepause erhielten die Probanden entweder koffeinhaltigen oder entkoffeinierten Kaffee. Veränderungen im Darmmikrobiom, mikrobielle Stoffwechselprodukte sowie psychologische Parameter wurden erfasst.
Zentrale Ergebnisse:
- Regelmäßiger Kaffeekonsum veränderte die Zusammensetzung und Stoffwechselaktivität des Darmmikrobioms.
- Sowohl koffeinhaltiger als auch entkoffeinierter Kaffee waren mit einer verbesserten psychischen Befindlichkeit assoziiert, darunter geringerer Stress sowie niedrigere Werte für depressive Symptome und Impulsivität.
- Koffeinhaltiger Kaffee verbesserte vor allem Aufmerksamkeit und Wachheit, während entkoffeinierter Kaffee ebenfalls messbare Effekte auf Lernen und Gedächtnis zeigte.
- Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass nicht allein Koffein, sondern auch andere Kaffeeinhaltsstoffe, insbesondere Polyphenole und deren mikrobielle Abbauprodukte, an den Effekten beteiligt sind.
Wissenschaftliche Interpretation
Die Studie stützt die Hypothese, dass Kaffee über Veränderungen des Darmmikrobioms die Darm-Hirn-Achse moduliert. Dadurch könnten neuroaktive Metabolite, Entzündungsprozesse und Stressregulation beeinflusst werden, was zu positiven Effekten auf Stimmung und kognitive Funktionen beitragen kann. Die Beobachtung ähnlicher Wirkungen von entkoffeiniertem Kaffee spricht für einen wichtigen Beitrag nicht-koffeinhaltiger bioaktiver Substanzen.
Fazit:
Regelmäßiger Kaffeekonsum scheint das Darmmikrobiom messbar zu verändern und dadurch über die Darm-Hirn-Achse zu einer verbesserten Stimmung, geringerer Stressbelastung und besseren kognitiven Leistungen beizutragen.
Die Studie ist besonders interessant, weil sie erstmals einen biologischen Mechanismus liefert, der die häufig beobachteten Zusammenhänge zwischen Kaffeekonsum, Wohlbefinden und psychischer Gesundheit erklären könnte.