Thema: Wirkungen im Überblick

Ist Kaffee tatsächlich mehr als ein Genussmittel? Lassen sich die traditionellen Beobachtungen mit wissenschaftlichen Methoden bestätigen oder verwerfen? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigen sich zahlreiche Forscher seit mehr als 100 Jahren. So ist es kaum verwunderlich, dass Kaffee bis heute zu den am besten untersuchten Lebensmitteln weltweit gehört. Jährlich werden einige Hundert neue wissenschaftliche Studien veröffentlicht, die sich mit den Wirkungen von Kaffee auf die Gesundheit auseinandersetzen.

Als Naturprodukt enthält Kaffee eine Vielzahl von Inhaltsstoffen. Betrachtet man die Wirkungen des Getränkes auf die Gesundheit, spielen vor allem das Koffein und die zahlreich enthaltenen Antioxidantien eine große Rolle.

Leistungsfähigkeit

Das Koffein wirkt als mildes Stimulans auf das Zentrale Nervensystem und kann so die Wachheit, das Konzentrationsvermögen sowie die geistige und die körperliche Leistungsfähigkeit steigern. Koffein macht, entgegen manchen Vorurteilen, nicht abhängig. Vielmehr kann eine gewisse Gewöhnung bzw. Toleranz beobachtet werden.

Diabetes

Die positiven Auswirkungen des Kaffees auf die Entwicklung eines Diabetes-Typ-2 werden derzeit intensiv untersucht. Die meisten epidemiologischen Studien hierzu zeigen dabei eine dosisabhängige schützende Wirkung des Kaffees.

Neurodegenerative Erkrankungen

Kaffee kann in gewissem Maße neurodegenerative Erkrankungen vorbeugen. Dies lassen Untersuchungen sowohl in Bezug auf Parkinson als auch Alzheimer-Demenz vermuten. Bei Parkinson scheint das Koffein die Hauptrolle zu spielen. Welche Substanzen und Menchanismen in Bezug auf Demenz eine Rolle spielen, wird derzeit intensiv erforscht.

Schwangerschaft

Viele Schwangere sind unsicher, ob sie während der Schwangerschaft Kaffee trinken dürfen. Tatsächlich wird Schwangeren empfohlen, eine Höchstmenge an Koffein (etwa 200 mg Koffein/Tag) nicht zu überschreiten. Ein kompletter Verzicht ist dagegen nach bisherigen Erkenntnissen nicht notwendig.

Reflux

Sodbrennen kann durch Kaffee – wie auch durch andere Lebensmittel – verstärkt werden. Eine allgemeine Empfehlung an Refluxpatienten, auf Kaffee zu verzichten, ist jedoch nicht angebracht, weil dies eine sehr individuelle Reaktion ist und im Einzelfall entschieden werden sollte.

Herz-Kreislaufsystem

Immer noch hört man, dass Kaffee „schlecht für das Herz“ sei. Wissenschaftliche Studien zeigen jedoch, dass Kaffeekonsum das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen offenbar nicht erhöht. Man muss hier zwischen kurzfristigen Änderungen und langfristigen Auswirkungen unterscheiden. So kann Kaffee zwar kurzfristig den Blutdruck erhöhen, langfristig jedoch scheint sich Kaffee positiv auf den Blutdruck auszuwirken. Auch mehren sich Hinweise darauf, dass Kaffee protektiv auf das Schlaganfall-Risiko wirken kann.

Wasserhaushalt

Entgegen früheren Aussagen kann Kaffee – in Maßen getrunken – einen Beitrag zum Flüssigkeitsbedarf leisten.

Leber

Die vorhandenen Daten lassen vermuten, dass Kaffee einen schützenden Effekt in Bezug auf  Leberzirrhose und -krebs hat. Außerdem schein Kaffee das Risiko für Gallen- und Nierensteine zu verringern.

Krebs

Das Krebsrisiko wird durch den Genuss von Kaffee offenbar nicht erhöht, auf einige Krebsarten scheint das Getränk sogar einen protektiven Einfluss zu haben. Dies ist umso interessanter, als dass Kaffee in der aktuellen Acrylamid- bzw. Furandebatte immer wieder genannt wird. Betrachtet man das Getränk Kaffee als Ganzes, scheinen die kanzerogenen Wirkungen, die diese beiden Stoffe im Tierversuch zeigen, beim Menschen nicht aufzutreten.