Thema: Schlaf

Zahlreiche Studien belegen, dass Koffein das Einschlafen verzögern kann und die Schlafdauer verringert. Dabei zeigt sich allerdings eine große individuelle Schwankungsbreite. Zudem berichten gewohnheitsmäßige Kaffeetrinker seltener über Schlafbeeinträchtigungen als Menschen, die nur ab und zu mal einen Kaffee trinken. Der Grund ist hierbei sicherlich eine gewisse Toleranzentwicklung gegenüber dem Koffein. 

Eine Studie aus dem Jahr 2009 untersuchte den Einfluss von Koffein auf den Tagesschlaf bei Menschen jüngeren (20-39 Jahre) und mittleren Alters (40-60 Jahre). Die Ergebnisse zeigten, dass Koffein in beiden Gruppen die Dauer und die Effizienz des Tagesschlafs verringerte. Dieser Effekt war bei Menschen mittleren Alters stärker als bei den jüngeren [1]. Für Nachtarbeiter mittleren Alters beispielsweise dürfte Koffein demnach eine größere negative Auswirkung auf ihren notwendigen Tagesschlaf haben, als bei jüngeren Nachtarbeitern. 

Aus einem Cochrane-Review aus dem Jahr 2010 geht hervor, dass Kaffee buw. Koffein bei Schichtarbeitern dazu beitragen kann, deren Fehlerquote zu senken und die kognitive Leistungsfähigkeit zu steigern [2]. Aus Sicht der Autoren spricht nichts dagegen, dass Schichtarbeiter Kaffee bzw. Koffein verwenden, um ihre Aufmerksamkeit zu verbessern. In der zweiten Nachthälfte ist es möglicherweise jedoch nicht sinnvoll, sich mit Kaffee wach zu halten, da das Koffein den morgendlichen Erholungsschlaf stören kann. 

1. Carrier, J. et al. Sleep Medicine, 10, 1016-1024, 2009.
2. Ker, K. et al. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2010. DOI: 10.1002/14651858. D008508.