Thema: Magen-Darm-Trakt

Viele Ärzte empfehlen Patienten, die unter Dyspepsie oder gastro-intestinalem Reflux (Sodbrennen) leiden, ihren Kaffeekonsum zu reduzieren. Ob dieser Rat berechtigt ist, wurde bereits in zahlreichen Studien untersucht.

Reflux

Ein Review aus dem Jahr 2006 evaluierte den Einfluss verschiedener Lebensstilfaktoren auf die Funktionen des Magen-Darm-Trakts [1]. Hinsichtlich des Kaffeegenusses kommen die Autoren zu keinem eindeutigen Ergebnis. Sie konstatieren jedoch, dass es für eine routinemäßige Empfehlung an Reflux-Patienten, auf Kaffee zu verzichten, keine hinreichenden wissenschaftlichen Belege gibt. Auch in zwei Studien aus dem Jahr 2012 konnten die Forscher keinen Zusammenhang zwischen Reflux und Kaffeekonsum herstellen [2, 3].

Daten aus einer Metaanalyse aus dem Jahr 2013 bekräftigen diese Ergebnisse. Die Forscher fanden keinen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Genuss von Kaffee und Sodbrennen [4]. Daten aus 15 ausgewählten Studien waren in die Analyse eingeflossen. Das Odds Ratio für Sodbrennen nach der Einnahme von Kaffee lag nur bei 1,06. Lediglich in einer Subgruppenanalyse, in der die Gruppen nach Art der Diagnose (durch Endoskopie oder nur durch Symptombeschreibung) getrennt wurden, wies die Endoskopie-Gruppe ein erhöhtes Quotenverhältnis auf. In Subgruppenanalysen bezogen auf die Menge der täglichen Kaffeeaufnahme, Qualität der Studie und Beurteilung der Belastung wurde jedoch kein wesentlicher Zusammenhang zwischen Kaffee und Sodbrennen festgestellt.

Kaffee regt die Darmtätigkeit an

Kaffee kann sanft die Darmtätigkeit anregen - eine Eigenschaft, die sich Mediziner zunutze machten: Sie setzten Kaffee als mildes Stimulans bei Patienten nach einer Dickdarmentfernung ein, um die Darmtätigkeit anzuregen und einen Darmverschluss zu verhindern [5].

Keine Magengeschwüre durch Kaffee

Auf die Bildung von Magengeschwüren scheint Kaffee keinen fördernden Einfluss zu haben. Dies legt eine dänische Kohorten-Studie aus dem Jahr 2003 mit 2.416 Probanden nahe, bei der Kaffee, im Gegensatz zum Rauchen und einer Infektion mit Helicobacter pylori, nicht als Risikofaktor eingestuft wurde [6]. Auch eine über sechs Jahre angelegte amerikanische Kohorten-Studie mit mehr als 47.000 Männern ergab keinen Hinweis auf eine Erhöhung des Risikos für Duodenal-Ulcera durch koffeinhaltigen oder entkoffeinierten Kaffee [7].

1. Kaltenbach, T. et al. Archives of Internal Medicine, 166, 965-971, 2006.
2. Pandeya, N. et al. Diseases of the Esophagus 25, 573-83, 2012.
3. Ercelep, C.B. et al. Diseases of the Esophagus, online publiziert am 28.9.2012.
4. Kim, J. et al. Diseases of the Esophagus, online publiziert am 24. Juni 2013 doi: 10.1111/dote.12099.
5. Muller, S.A. British Journal of Surgery, Vol. 99, online publiziert am 14.9. 2012.
6. Rosenstock, S. et al. Gut, 52, 186-193, 2003.
7. Aldoori, W.H. et al. Epidemiology, 8, 420-424, 1997.