Thema: Gicht

Immer wieder tauchen Befürchtungen auf, Kaffeegenuss könne zu einem höheren Harnsäurespiegel führen und damit Gicht begünstigen. Dem entgegen steht die Tatsache, dass das zu den Xanthinen gehörende Koffein im Körper nicht zu Harnsäure, sondern zu Di- und Monomethylxanthin und den entsprechenden Harnsäure-Derivaten abgebaut wird.

Studien legen nahe, dass Kaffee hier sogar einen günstigen Einfluss haben könnte: So ergab eine Auswertung von Daten der Nurses Health Studie, bei der fast 90.000 Frauen über 26 Jahre beobachtet worden waren, dass der regelmäßige Genuss von Kaffee das Risiko für Gicht verringern könnte [1]. Diese Beobachtung wurde in aktuellen Studien bestätigt [2,3]. Eine mögliche Erklärung dafür bietet eine japanische Studie aus dem Jahr 2010 mit 11.662 Personen [4]. Sie zeigte, dass Kaffeekonsum dazu beitragen könnte, die Serumkonzentration von Harnsäure zu verringern. In einer aktuellen Metananlyse von Daten aus 11 Studien kamen die Forscher allerdings zu dem Schluss, die Ergebnisse reichten nicht aus, um ein niedrigeres Risiko für eine Anreicherung von Harnsäure im Blut (Hyperurikämie) zu bestätigen. [2]. Eine Risikosenkung durch den Genuss von Kaffee hingegen konnte dennoch auch hier erneut beobachtet werden.

1.Choi H.K., Curhan G. Am J Clin Nutr, 2010.
2. Zhang Y. et al, BMJ Open;6:e009809, 2016.
3. Roddy E. & Choi H., Epidemiology of Gout, Rheum Dis Clin N Am Volume 40, 2014.
4. Pham M.N. et al. J Nutr Metabol, 2010.