Thema: Asthma

Die wohltuende Wirkung von Kaffee bzw. Koffein auf Asthma wird schon seit mehr als 150 Jahren gerühmt. So wurden Asthma-Patienten in Schottland bereits seit 1859 ganz offiziell mit Koffein behandelt, um ihnen das Atmen zu erleichtern [1]. Inzwischen konnten moderne wissenschaftliche Studien diese althergebrachten Einschätzungen weitgehend bestätigen, sodass Koffein bzw. koffeinhaltigen Getränken heute durchaus eine - wenn auch nur sehr kleine - Rolle beim Asthma-Management zugeschrieben werden kann.

Koffein gehört zur gleichen chemischen Klasse der Methylxanthine wie das Asthmamittel Theophyllin (1,3-Dimethylxanthin), von dem es sich chemisch nur geringfügig unterscheidet. Ein Teil des mit der Nahrung aufgenommenen Koffeins wird im Körper über Theophyllin verstoffwechselt. Theophyllin ist ein wirksamer Bronchodilatator, der zwar von anderen modernen bronchienerweiternden Medikamenten verdrängt wurde, in der modernen Asthmatherapie aber nach wie vor einen Platz hat.

Eine Studienübersicht der Cochrane Collaboration aus dem Jahr 2012 zeigte, dass auch niedrige Koffeindosen die Lungenfunktion für bis zu vier Stunden verbessern konnten [2]. Allerdings ist noch nicht klar, ob es dabei auch zu einer Verbesserung der Asthmabeschwerden kommt. Aus zwei Gründen halten die Studienautoren die Frage nach der Wirksamkeit des Koffeins für interessant: zum einen, weil die Substanz möglicherweise wirklich die Asthmasymptome lindern könnte, zum anderen, weil dieser Effekt bei der Überprüfung der Lungenfunktion bedacht werden muss - denn sonst kann es zu fälschlicherweise besseren Ergebnissen kommen. 

1. Salter, H. Edinburgh Medical Journal, 4, 1109-1115, 1859.
2. Welsh, E.J. et al. Cochrane Database of Systematic Reviews, Issue 1: CD001112, online publiziert am 15.8.2012.