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Kaffee ist weltweit eines der beliebtesten Getränke. So ist es kaum verwunderlich, dass Kaffee zu den am besten erforschten Lebensmitteln gehört. Jährlich werden einige Hundert neue wissenschaftliche Studien veröffentlicht, die sich mit den Wirkungen von Kaffee auf die Gesundheit auseinandersetzen. Einige interessante Studien stellen wir Ihnen vor.

  • Weltdiabetes-Tag am 14. November

    Diabetes ist ein wichtiges Thema, dem die Vereinten Nationen einen offiziellen Tag gewidmet haben, den Weltdiabetestag, der immer am 14. November begangen wird. Die Volkskrankheit ist zu einer großen Herausforderung für die Gesundheit und die Gesundheitssysteme geworden.

    In Deutschland sind dem Robert Koch-Institut zufolge rund 6,7 Millionen Menschen an Diabetes mellitus erkrankt.

    Zum Glück ist niemand dem Typ-2-Diabetes und dessen Folgen schicksalhaft ausgeliefert. In jeder Phase der Krankheitsentwicklung gibt es Chancen der Prävention. Hierzu gehören erstens die Vermeidung der Entstehung eines Typ-2-Diabetes durch Primärprävention, zweitens die frühzeitige Erkennung und Behandlung bei besonders gefährdeten Menschen mit einem erhöhten Diabetes-Risiko, also die Sekundärprävention, sowie drittens die optimale Behandlung eines bereits eingetretenen Diabetes und dessen Komplikationen und Folgeerkrankungen, die Tertiärprävention.

    Apropos Primärprävention: Seit vielen Jahren untersuchen Forscher die Wirkung von Kaffee auf das Diabetesrisiko. Es gibt mittlerweile zahlreiche Hinweise auf einen inversen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Kaffee und dem Auftreten von Typ-2-Diabetes. Experimentelle Studien zeigen auch mögliche Wirkmechanismen auf. Bis dato ist jedoch nicht geklärt, ob es sich um einen ursächlichen Zusammenhang handelt oder nicht.

    Daher finden sich in Leitlinien zur Prävention und Behandlung von Diabetes bislang keine Hinweise auf das Getränk. Experten verweisen auf evidenzbasierte Maßnahmen wie eine Gewichtsreduktion, einen verantwortungsvollen Umgang mit zuckerreichen Lebensmitteln, körperliche Bewegung und die ausreichende Aufnahme von Ballaststoffen.

    Wer aber Kaffee mag, kann ihn im Hinblick auf Diabetes unbesorgt genießen – und vielleicht sogar einen positiven Effekt erzielen!

    Über Diabetes und die Möglichkeiten, das Erkrankungsrisiko zu reduzieren, hat der Diabetologe Prof. Stephan Martin, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat „Kaffee & Gesundheit" im Deutschen Grünen Kreuz e. V., ein Hörfunk-Interview gegeben. Beitrag anhören

  • Koffein und Nierensteine: Risiko oder Benefit?

    Nierensteine sind ein zunehmendes Problem in der Bevölkerung. Kommt es zu einem Harnstau drohen quälende Schmerzen und eine gefährliche Nierenkolik. Vorbeugenden Maßnahmen, wie eine ausreichende Trinkmenge, kommen eine hohe Bedeutung zu.

    Da Koffein ein weitverbreiteter Bestandteil verschiedener Getränke ist und frühere Studien widersprüchliche Ergebnisse des Muntermachers in Bezug auf das Nierensteinrisiko lieferten, haben zwei thailändische Forscher den Einfluss von Koffein auf das Steinrisiko in einem Review untersucht.

    Drei große Kohortenstudien, so die Autoren der Übersichtsarbeit, legen einen präventiven Effekt von Koffein nahe. Eine aktuelle in-vitro-Studie konnte zudem einen Mechanismus aufzeigen, der dabei eine Rolle spielen könnte: Koffein würde demnach die Adhäsion von Kalziumoxalat-Kristallen am Epithel der Nierentubuli reduzieren und somit einer Steinbildung entgegenwirken.

    Allerdings: Auch koffeinfreier Kaffee war in einigen Studien mit einem niedrigeren Risiko für das Vorkommen von Nierensteinen assoziiert. Möglicherweise, so die Forscher, spielen dabei also doch andere bioaktive Substanzen als Koffein eine Rolle.

    Die Häufigkeit der Harnsteinerkrankung hat in den vergangenen Jahren in den westlich geprägten Industrienationen deutlich zugenommen. Auch immer mehr Deutsche leiden an Harnsteinen: Die Zahl der Neuerkrankungen hat sich innerhalb der letzten zehn Jahre verdreifacht. Heute ist fast jeder 20. Bundesbürger einmal oder mehrfach im Leben betroffen. Etwa 1,2 Millionen Patienten müssen jährlich wegen dieser Erkrankung behandelt werden.

    Eine Ursache der ansteigenden Häufigkeit der Harnsteinerkrankung wird in der zunehmenden Übergewichtigkeit der Bevölkerung gesehen, die gleichzeitig auch zu einer Zunahme der Blutzuckerkrankheit, des Bluthochdrucks und zu Fettstoffwechselstörungen führt (metabolisches Syndrom).

    Zwar lassen sich heutzutage Nierensteine auf verschiedene Art entfernen, aber bei rund 50 Prozent der Harnstein-Patienten kommt es ohne geeignete vorbeugende Maßnahmen zu einer erneuten Harnsteinbildung.

    Zur Prävention von Harnwegsteinen wird eine ausgewogene Ernährung, Abbau von Übergewicht, körperliche Bewegung und regelmäßiges, ausreichendes Trinken empfohlen.

     

    Quellen

    1. Paleerath Peerapen and Visith Thongboonkerd: Caffeine in Kidney Stone Disease: Risk or Benefit? Adv Nutr 2018;9:419–424.
    2. Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. und Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (Herausgeber) - Urologenportal.de: "Patienteninformation Harnsteine"

  • Herzkranzgefäße: Kaffeegenuss könnte Verkalkung verringern

    Forscher fanden Anhaltspunkte dafür, dass ausgiebiger Kaffeekonsum die Verkalkung der Herzkranzgefäße verringern könnte. Sie gilt als Marker für subklinische Atherosklerose.

    In ihrer Studie ging es brasilianischen Forschern um mögliche Beziehungen zwischen dem Genuss des belebenden Getränks und subklinischen atherosklerotischen Gefäßveränderungen. Untersucht wurde dies anhand von graduellen Koronarverkalkungen, die per Computertomografie (CT) erfasst wurden.

    Dazu wurden Daten von Teilnehmern der epidemiologischen Studie ELSA-Brasil (Brazilian Longitudinal Study of Adult Health) herangezogen. Bei mehr als 4.400 Teilnehmern dieser Studie im mittleren Alter von 50 Jahren war zu Beginn der koronare Kalkgehalt mittels CT gemessen worden. Per Fragebogen wurden bei diesen Personen zudem Informationen zum individuellen täglichen Kaffeekonsum eingeholt.

    Bei fast 10 Prozent der Untersuchten wurden als relevant erachtete subklinische Koronarkalzifizierungen gefunden. Dabei zeigte sich jedoch: Kaffeetrinker hatten ein niedrigeres Risiko für einen höheren Koronarkalkgehalt als Personen, die keinen  Kaffee tranken (Odds Ratio [OR] 0,85 für 1 Tasse oder weniger/Tag ; OR 0,73 für 1 bis 3 Tassen/Tag; OR 0,33 für mehr als 3 Tassen/Tag).

    Der positive Zusammenhang zeigte sich allerdings nur bei Nichtrauchern. Als die Forscher die Daten um den Faktor Rauchen bereinigten, zeigte die Analyse, dass der Konsum von drei oder mehr Tassen Kaffee pro Tag bei Nicht-Rauchern mit einem signifikant um 63 Prozent niedrigeren Risiko für einen Koronarkalkscore von 100 oder mehr als Maß für atherosklerotische Koronarveränderungen (Agatston-Score) assoziiert war. Dagegen war ein entsprechender Zusammenhang bei kaffeetrinkenden Rauchern und Ex-Rauchern nicht nachweisbar.

    Quellen

    1. Mirinda A.M. et al.: Coffee Consumption and Coronary Artery Calcium Score: Cross-Sectional Results of ELSA-Brasil (Brazilian Longitudinal Study of Adult Health). J Am Heart Assoc. 2018 Mar 24;7(7). pii: e007155. doi: 10.1161/JAHA.117.007155.
    2. Kardiologie.org (Informations- und Wissensportal für Ärzte mit internistischem und kardiologischem Schwerpunkt), Meldung vom  26.7.2018: Neues aus der epidemiologischen Kaffee-Forschung - Hilft Kaffeetrinken gegen Koronarverkalkung?
  • Herzgesunde Ernährung – Kaffee gehört dazu!

    Wie soll man sich eigentlich herzgesund ernähren? Es gibt viele Ernährungsformen und Ratschläge, nicht alle haben Hand und Fuß. Amerikanische Experten haben nun das Wissen über Ernährungs-Trends und einzelne Lebensmittel genau geprüft und einen Leitfaden für Ärzte erstellt.

    Auch die Literatur zu Kaffee wurde gesichtet. Das Heißgetränk hat seinen schlechten Ruf verloren, so die Meinung der Experten.

    Glaubte man früher, dass Kaffee Bluthochdruck verursachen könnte, spricht man dem Muntermacher heute eher eine positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-Risiko zu. In Studien habe sich kein Zusammenhang zwischen Kaffee und der Entwicklung einer Hypertonie nachweisen lassen. Auch muss man nicht befürchten, wegen Kaffee Rhythmusstörungen oder erhöhte Cholesterinwerte zu entwickeln.
    Zudem scheinen die im Kaffee enthaltenen Polyphenole tendenziell einen positiven Einfluss auf den Glukosestoffwechsel und die Insulinsensitivität zu haben.

    „Moderater gewohnheitsmäßiger Kaffeekonsum reduziert das Risiko für Schlaganfall, Diabetes, für Erkrankungen des Verdauungssystems und das Risiko für einen verfrühten Tod“, lautet das Fazit der Experten. Kaffeetrinker hätten zudem weniger Verdauungsstörungen.

    Auch für Patienten, die bereits an einer kardiovaskulären Erkrankung leiden, ist Kaffee in Maßen unbedenklich.

    Der klinische Leitfaden ist im Internet einsehbar.

    Weitere Tipps der Experten

    • Milchprodukte
      Es wird geraten, den Konsum fettreicher Milchprodukte einzuschränken. Sie sind in den USA eine Hauptquelle für gesättigte Fettsäuren und Salz. Auf Milchprodukte zu verzichten ist allerdings nicht richtig, man solle auf fettreduzierte Erzeugnisse zurückgreifen.

    • Zucker
      Immer mehr Studien belegen einen kausalen Zusammenhang zwischen überhöhtem Zuckerkonsum und der Entstehung von koronaren Herzerkrankungen und Schlaganfällen. Die Experten empfehlen daher ganz klar, nur wenig Zucker zu konsumieren. Ganz besonders kritisch sehen die Experten den Konsum von Softdrinks. Auf derart gesüßte Getränke sollte man möglichst verzichten.

    • Hülsenfrüchte
      Überzeugend ist nach Ansicht der Experten der positive kardiovaskuläre Effekt von Hülsenfrüchten. Die ballaststoff- und proteinreichen Bohnen, Linsen oder Kichererbsen sollten Bestandteil einer jeglichen Diät sein, die auf eine herzgesunde Gesundheit abzielt.

    • Omega-3-Fettsäuren
      Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren scheinen die Herzgesundheit zu fördern, egal ob sie über Pflanzen wie Walnüsse, Lein-, Soja-, oder Canolaöl oder über Fisch bzw. Meerestiere aufgenommen werden.

    Quellen:

    1. Freeman, A. M. et al.: A Clinician’s Guide for Trending Cardiovascular Nutrition Controversies Part II; Journal of the American College of Cardiology, Vol. 72/5; 2018.
    2. Ärzte Zeitung online, 06.08.2018: Diät-Tipps – Welches Essen tut denn nun dem Herzen gut?
  • Kaffeetrinker leben länger - unabhängig von den Genen

    Unabhängig von Genen des Koffeinstoffwechsels sank mit zunehmendem Kaffeekonsum die Sterberate der Teilnehmer im Verlauf einer Großstudie – auch bei mehr als sieben Tassen pro Tag gab es keine negativen Effekte.

    Mehrere internationale Studien haben bereits gezeigt, dass mit steigendem Kaffeekonsum das Risiko sinkt, im jeweiligen Untersuchungszeitraum zu sterben. Der statistische Zusammenhang ist zwar kein Beweis, deutet aber darauf hin, dass Inhaltsstoffe des Kaffees eine gesundheitsfördernde Wirkung haben könnten.

    Unklar war bisher, ob ein starker Kaffeekonsum für Menschen, die aufgrund genetischer Merkmale Koffein nur sehr langsam abbauen, weniger gesund sein könnte, als für die Menschen, die Koffein schnell abbauen. Eine amerikanische Studie kommt nun zu dem Schluss, dass solche genetischen Unterschiede keinen Einfluss auf mögliche positive Wirkungen des Kaffees haben.

    Die Forscher nutzten Daten von einer halben Million Menschen aus einer britischen Biodatenbank. Durch DNA-Analysen ermittelten die Wissenschaftler für jeden Einzelnen, welche Varianten von vier für den Koffeinabbau relevanten Genen im Erbgut vorlagen. Im Verlauf von zehn Jahren gab es etwas mehr als 14.000 Todesfälle.

    Bei der Analyse ergab sich ein enger Zusammenhang zwischen der Höhe des Kaffeekonsums und der Sterbewahrscheinlichkeit: Im Vergleich zu denen, die gar keinen Kaffee tranken, sank das Gesamtsterberisiko bei einem Kaffeekonsum von zwei bis drei Tassen täglich um 12 Prozent und bei mehr als fünf Tassen pro Tag um bis zu 16 Prozent. Die Genaustattung hatte keinen Einfluss auf den Zusammenahng: Sowohl bei schnellen als auch bei langsamen Koffeinabbauern sank die Sterberate mit zunehmendem Kaffeekonsum.

    „Unsere Ergebnisse liefern weitere Hinweise darauf, dass Kaffeetrinken Teil einer gesunden Ernährung sein kann“, schreiben die Mediziner um Erikka Loftfield vom National Cancer Institute in Rockville. Sie schränken aber ein, dass auch durch die neuen Resultate noch keine Ursache-Wirkung-Beziehung nachgewiesen ist.

    Wenn es einen ursächlichen Zusammenhang – also einen Schutzeffekt von Kaffee – gibt, könnte dieser auf unterschiedlichen Wirkungen beruhen: gedämpfte Entzündungen, erhöhte Insulinempfindlichkeit sowie positive Effekte auf Leberenzyme oder Blutgefäße.

    Festzuhalten ist, dass die Studie keine Hinweise auf negative Auswirkungen ergeben hat. Kaffeetrinker könnten also beruhigt sein, so die Forscher, und ihr Getränk genießen.

    Quellen:

    1. Wissenschaft aktuell vom 3.Juli 2018: Großstudie bestätigt: Kaffeetrinker leben länger – Ursache ungeklärt; www.wissenschaft-aktuell.de
    2. Erikka Loftfield et al.: Association of Coffee Drinking With Mortality by Genetic Variation in Caffeine Metabolism; JAMA Internal Medicine, DOI: 10.1001/jamainternmed.2018.2425
  • Wachmacher: Kaffee beflügelt das Team

    Eine Tasse Kaffee gleich zu Beginn einer Besprechung sollte nicht fehlen. Denn mit Koffein im Blut zeigen sich die Teilnehmer möglicherweise nicht nur wacher, sondern auch produktiver und aufgeschlossener. Dies jedenfalls legt eine aktuelle Studie nahe.

    Eine Tasse Kaffee gleich zu Beginn einer Besprechung sollte nicht fehlen. Denn mit Koffein im Blut zeigen sich die Teilnehmer möglicherweise nicht nur wacher, sondern auch produktiver und aufgeschlossener. Dies jedenfalls legt eine aktuelle Studie nahe.

    Die amerikanische Marketingforscherin Vasu Unnava und ihre Kollegen ließen Studierende in Fünfergruppen über kontroverse Themen debattieren. Wer vorher einen Kaffee bekam, beteiligte sich mehr an der Diskussion und blieb auch mehr beim Thema. Die mit Koffein versorgten Versuchspersonen fanden ihre Gruppe außerdem produktiver und wollten lieber erneut zusammenarbeiten. Dahinter vermutet die Forscherin den wachmachenden Einfluss von Koffein. Denn wer sich auch ohne Koffeinschub wach fühlte, beurteilte die Diskussion in der Gruppe ebenfalls positiver.

    Diese Erkenntnisse können genutzt werden: Wer ein neues Team zusammenbringt oder eine Besprechung organisiert, sollte den Kaffee dabei nicht vergessen.

    Quellen:

    1. Spekturm der Wissenschaft: Wachmacher Kaffee beflügelt das Team: Pressemitteilung vom 13.6.2018 unter www.spektrum.de
    2. Unnava V et al.: Coffee with co-workers: role of caffeine on evaluations of the self and others in group settings; Journal of Psychopharmacology, 2018; 1-6

     

     

  • Risiko für Rheumatoide Arthritis und Kaffeekonsum

    Amerikanische Wissenschaftler wollten wissen, ob der Konsum von Tee oder Kaffee mit einem erhöhten Risiko für eine in fortgeschrittenem Lebensalter auftauchende Rheumatoide Arthritis (RA) sein könnte. Die Studienlage dazu ist bisher uneinheitlich.

    Um mögliche Assoziationen zu finden, analysierten die Forscher Daten der Women's Health Initiative Observational Study, einer prospektiven Kohortenstudie aus den 90-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

    Fast 77.000 Frauen hatten in einem Fragebogen Aussagen über ihren Tee- und Kaffeekonsum getroffen. 185 Frauen erkrankten in den folgenden drei Jahren an RA. Doch einen Zusammenhang zum Genuss von Kaffee konnten die Forscher nicht finden.

    „Unsere Analysen zeigen keinerlei Zusammenhang zwischen der Kaffeeaufnahme und einer Rheumatoiden Arthritis bei postmenopausalen Frauen“, resümieren die Wissenschaftler. Mehr noch: Das Risiko bleibe ungeachtet der Zubereitungsart und der Menge des Konsums unverändert.

    Quelle:
    Lamichhane , Diman et al.: Coffee and Tea Consumption in Relation to Risk of Rheumatoid Arthritis in the Women's Health Initiative Observational Cohort; J Clin Rheumatol 2018;00: 00–00

  • Seltener Vorhofflimmern bei höherem Koffeinkonsum

    Noch immer ist die Ansicht verbreitet, Koffein würde das Risiko für Herzrhythmus-störungen einschließlich Vorhofflimmern erhöhen. Zwar wiederlegt eine Vielzahl an Studien diese Annahme, dennoch haben italienische Forscher nun erneut den Einfluss eines langjährigen Koffeinkonsums auf das Vorkommen von Vorhofflimmern untersucht.

    In ihrer prospektiven Studie beobachteten sie fast 1.500 Frauen und Männer über 12 Jahre lang. Die Probanden wurden je nach Höhe ihres Koffeinkonsums in drei Gruppen eingeteilt. Außerdem wurden die Versuchsteilnehmer nach dem Genotyp des CYP1A2-Gens stratifiziert. Das CYP1A2-Gen kodiert das koffeinabbauende Enzym Cytochrom P450 1A2. Bei bestimmten Variationen in dem Gen wird Koffein entweder schneller oder langsamer als normal abgebaut.

    Im Ergebnis zeigte sich, dass in der Gruppe mit dem höchsten Koffeinkonsum die wenigsten Fälle von Vorhofflimmern verzeichnet wurden. Dieser Zusammenhang war unabhängig von der genetischen Ausstattung in Bezug auf das Enzym Cytochrom P450 1A2.

    Die Wissenschaftler geben also Entwarnung: Ein höherer Koffeinkonsum (mehr als 320 mg/Tag) scheint nicht zu schaden, ganz im Gegenteil ist er assoziiert mit einer niedrigeren Inzidenz von Vorhofflimmern.

    Edoardo Casiglia et al. (2018): Caffeine intake reduces incident atrial fibrillation at a population level;  European Journal of Preventive Cardiology 0(00) 1–8, DOI: 10.1177/2047487318772945

  • Interview: Prof. Stephan Martin zur Studienlage zum Thema Kaffee

    Auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), der vom 14.-17. April in Mannheim stattfand, äußerte sich Prof. Stephan Martin, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat „Kaffee & Gesundheit" im Deutschen Grünen Kreuz e. V., in einem Interview zum Thema Kaffee.

    Die Kontroverse um den gesundheitlichen Nutzen oder Schaden von Kaffee reißt nicht ab. Jedes Jahr erscheint ein Fülle neuer Studien zum Thema. Der Diabetologe Prof. Stephan Martin wurde dazu von einem Reporter von DocCheck-TV befragt. In dem Interview schätzt er die Studienlage ein.   Interview ansehen

  • Körperliche Aktivität und Koffeinkonsum

    Der Genuss von Kaffee bzw. Koffein kann Athleten bei ihrem Training unterstützen, das ist bekannt. Es wäre interessant zu wissen, ob der Koffeinkonsum auch Sportmuffel auf Trab bringen könnte. Dieser Frage ging ein Forscherteam um Julien Tripette an der Ochanomizu University in Tokyo nach.

    Tripette untersuchte, ob sich durch den Genuss von Kaffee und Co das Level an körperlicher Aktivität erhöht.

    Dazu wurden die Studienteilnehmer zu ihrem Koffeinkonsum befragt und je nach der Höhe des Konsums in zwei Gruppen eingeteilt. Zudem wurden die tägliche Schrittzahl, die Zeit, die im Sitzen verbracht wurde sowie der Grad an körperlicher Aktivität ermittelt. 202 Teilnehmer nutzten eine einjährige Beratung zu körperlicher Aktivität. Bei ihnen wurde die Beziehung zwischen dem täglichen Koffeinkonsum und dem Aktivitätslevel untersucht.

    In der Beratungsgruppe zeigte sich zwischen den Gruppen mit niedrigem bzw. höheren Koffeinkonsum kein Unterschied in der Höhe der körperlichen Aktivität. Bei Männern ohne Beratung zeigte sich ebenfalls kein Zusammenhang.

    Anders sah das bei Frauen aus: Teilnehmerinnen aus der Koffein-Hoch-Konsumgruppe wiesen eine höhere Schrittzahl und ein höheres Maß an moderater bis stärkerer körperlicher Aktivität auf als jene Frauen, die zur Koffein-Niedrig-Konsumgruppe zählten. Worauf dieser Unterschied zwischen den Geschlechtern zurückzuführen ist, ist nicht bekannt.

    Tripette, J. et al. (2018): Caffeine consumption is associated with higher levels of physical activity in Japanese women; International Journal of Sports Nutrition and Exercise Metabolism, published online.

  • Mittelstreckenlauf: Schneller durch Kaffee

    Sportler schätzen schon seit langem die leistungssteigernde Wirkung von Koffein. Der ergogene Effekt des Wachmachers ist in vielen Studien untersucht worden. Weniger gut bekannt ist, wie sich der Genuss von Kaffee auf die Leistung auswirkt. In einer aktuellen Studie wurde dies nun untersucht.

    Die britischen Forscher fanden heraus, dass der Konsum einer großen Tasse Kaffee vor einem 1.600-Meter-Lauf die Leistung verbesserte.

    13 trainierte Männer nahmen an der Studie teil und absolvierten ein 1.600-Meter-Rennen nachdem sie 60 Minuten zuvor entweder Kaffee mit einer definierten Menge an Koffein (3mg/kg Körpergewicht), entkoffeinierten Kaffee oder ein Placebo-Getränk zu sich genommen hatten. Um sicher zu stellen, dass die Läufer immer ihr Bestes gaben und sich in einer wettkampfähnlichen Situation befanden, winkte den Läufern eine leistungsabhängige Belohnung in Form von Geld.

    Im Ergebnis zeigte sich: Die Sportler, die Kaffee getrunken hatten, liefen annähernd fünf Sekunden schneller, als jene, die das Placebo-Getränk zu sich genommen hatten. Außerdem waren sie annähernd vier Sekunden schneller als jene Männer,die entkoffeinierten Kaffee bekommen hatten.

    Studienleiter Neil Clarke von der Coventry University/England sagt dazu: „…Wir fanden heraus, dass sich die Wettlaufleistung nach dem Konsum von koffeinhaltigem Kaffee um fast zwei Prozent verbesserte, eine Zunahme, die in einem wirklichen Wettkampf entscheidend sein könnte“.

    Ganz überraschend ist dieses Ergebnis nicht: Bereits im Jahr 2016 war ein Review zu dem Thema erschienen. Die Studienautoren konnten zeigen, dass der Konsum von Kaffee (statt reinem Koffein, das in vielen Studien genutzt wurde) die Leistung beim Ausdauertraining verbessern kann. Die Autoren empfahlen das Kaffeegetränk als sichere Alternative zu reinem Koffein, um die Ausdauerleistung zu verbessern..

    Fakten: Kaffee und Sport

    • Sportler schätzen schon seit Langem die leistungssteigernde Wirkung von Kaffee beim Training oder im Wettkampf.
    • Forscher sind sich einig, dass vor allem das im Kaffee enthaltene Koffein für die ergogenen Effekte verantwortlich ist.
    • Die leistungssteigernde Wirkung macht sich besonders im Ausdauersport bemerkbar, was weithin bekannt ist.
    • Neuere Forschungsergebnisse weisen aber darauf hin, dass Koffein auch bei kurzen, intensiven sportlichen Anstrengungen wie Krafttraining oder im Mannschaftssport zu einer Leistungssteigerung führen kann.
    • Laut Studien reichen moderate Dosen (= 3 mg Koffein pro kg Körpergewicht, also etwa 200 bis 300 mg Koffein oder zwei bis drei Tassen Kaffee) aus, um einen leistungssteigernden Effekt zu erzielen.
    • Ob das Koffein in Form eines Kaffeegetränkes oder z. B. als Koffeintablette eingenommen wird, scheint keinen großen Einfluss auf die Stärke der Wirksamkeit zu haben.
    • Sportler, die in moderaten Mengen Kaffee oder Koffein zu sich nehmen, brauchen nicht zu befürchten, dass dem Körper dadurch Wasser entzogen oder die Flüssigkeitsbalance gestört würde.

    Quellen:

    1. Clarke N. et al. (2017): Coffee Ingestion Enhances One-Mile Running Race Performance, International Journal of Sports Physiology and Performance. Int J Sports Physiol Perform. 15:1-20. doi: 10.1123/ijspp.2017-0456.
    2. Higgins S. et al. (2016): The effects of pre-exercise caffeinated coffee ingestion on endurance performance. Int J Sport Nutr Exerc Metab, 26(3):221-39.
  • Cold Brew – nicht bloß kalter Kaffee

    Kalt aufgebrühter Kaffee – Cold Brew Coffee – ist schon seit mehr als zwei Jahren das Trendgetränk im Sommer. Das ist erstmal ein Widerspruch in sich, denn mit „brew“ = „brühen“ ist eigentlich das Aufgießen mit heißem Wasser gemeint. Cold Brew dagegen wird mit kaltem Wasser aufgegossen.

    Aromen und Koffein können bei dieser Kaffee-Zubereitungsart ohne Hitze, dafür aber mit mehr Zeit extrahieren. Dadurch werden die lieblichen Aromen des Kaffees hervorgehoben, wie Anhänger dieser Zubereitungsart postulieren. Der Kaffee enthalte weniger Säuren und sei dadurch milder und bekömmlicher, meinen andere.

    US-amerikanische Forscherinnen haben das Trendgetränk nun wissenschaftlich unter die Lupe genommen. Sie bestimmten die Inhaltsstoffe verschiedener Cold-Brew- Zubereitungen und verglichen sie mit denen von heiß aufgebrühtem Kaffee.

    Grobe Körnung des Kaffeepulvers erhöht Koffeingehalt

    Die Wissenschaftlerinnen fanden in dem Cold-Brew-Getränk höhere Koffeinkonzentrationen auf als in der heiß aufgebrühten Variante, vor allem dann, wenn grob gemahlener Kaffee für den Aufguss benutzt wurde. Der pH-Wert hingegen, ein Maß für den Säuregehalt, sowie die Chlorogensäurekonzentration waren bei den beiden Extraktionsvarianten vergleichbar.

    Die Ergebnisse zeigen, dass es weder am Chlorogensäuregehalt noch am Koffeingehalt liegen kann, dass der Cold Brew als milder empfunden wird.

    Übrigens: Den Forscherinnen zufolge reichen sechs bis sieben Stunden aus, um den größten Teil des Koffeins und der Chlorogensäuren zu extrahieren.

    Cold-Brew: In drei Schritten zum kalten Kaffeegenuss

    Grob gemahlenes Kaffeepulver wird in einem Krug zunächst mit kaltem Wasser verrührt und bis zu 24 Stunden stehen gelassen. Nach der Wartezeit wird die Mischung mit Hilfe eines Handfilters in einen zweiten Krug gefiltert. Noch leichter geht es mit einer French Press, bei der nur der Stempel heruntergedrückt wird. Je länger der Kaffee zieht, desto geschmacksintensiver ist das Endresultat. Der Extrakt, der meist mit Wasser verdünnt genossen wird, lässt sich bis zu zehn Tage im Kühlschrank lagern.

    Quelle:
    Megan Fuller & Niny Z. Rao: The Effect of Time, Roasting Temperature, and Grind Size on Caffeine and Chlorogenic Acid Concentrations in Cold Brew Coffee; Scientific REPOrts (2017) 7:17979 | DOI:10.1038/s41598-017-18247-4.

  • Latte-macchiato: Das richtige Eingießtempo ist alles

    In einem gelungenen Latte macchiato formen sich binnen einiger Minuten mehrere Schichten aus Espresso und Milch und bleiben verblüffend lange stabil. Amerikanische Forscher haben die Schichtenbildung unter die Lupe genommen und sind dafür unter die Baristas gegangen.

    Bei einer Reihe von Experimenten simulierten sie die Herstellung des Kaffeegetränks unter kontrollierten Bedingungen im Labor.

    Hydrodynamik im Latteglas

    Wenn heißer Espresso auf warme Milch trifft, setzt dies im Glas einen komplizierten Prozess in Gang, durch den die typischen horizontalen Schichten entstehen. Verantwortlich dafür ist ein komplexes Wechselspiel zwischen der Abkühlung am Glasrand und variierender Dichte der Flüssigkeiten. Physiker bezeichnen diesen Vorgang als doppelt-diffuse Konvektion, er ist schon lange bekannt.

    Eingieß-Tempo entscheidend

    Aber, und das ist neu, auch die Geschwindigkeit, mit der der Espresso in Milch gegossen wird, ist entscheidend. Nur wenn die Eingieß-Geschwindigkeit hoch genug ist, vermischen sich Espresso und Milch so, dass ein entsprechendes Konzentrationsgefälle entsteht und sich eine Vielzahl von Schichten herausbilden kann. Die Gießgeschwindigkeit sollte, so die Forscher, mindestens 21 Meter pro Sekunde betragen.

    Diese neue Erkenntnis könnte für physikalisch interessierte Kaffeeliebhaber interessant sein und zu eigenen Experimenten für den perfekten Latte-Genuss anregen. Wer es genau wissen will, kann die Studie Laboratory layered latte auf der Seite von Nature einsehen.

    Quelle:
    Nan Xue et al.: Laboratory layered latte; Nature Communications 8, Article number: 1960 (2017); Published online: 12 Dezember 2017 doi:10.1038/s41467-017-01852-2

  • Kaffeebohnenextrakt gegen Metabolisches Syndrom

    Bereits frühere Studien haben gezeigt, dass der Konsum von Kaffee das Risiko für das metabolische Syndrom reduzieren, bzw. einzelne Parameter des Krankheitsbildes positiv beeinflussen kann. Nun ist zu Beginn dieses Jahres im renommierten British Journal of Nutrition eine iranische Studie erschienen, die den Effekt eines Extraktes grüner Kaffeebohnen auf verschiedene Parameter des metabolischen Syndroms untersuchte.

    Dazu gehörten die glykämische Kontrolle, Blutdruck, das Lipidprofil, Insulinresistenz und der Appetit. In die Studie wurden Patienten (n= 50) mit metabolischem Syndrom im Alter von 18 bis 70 Jahren einbezogen, die in einem Krankenhaus rekrutiert worden waren.

    Die Probanden schluckten zweimal täglich für acht Wochen Kapseln, die entweder 400 mg eines Extraktes aus entkoffeinierten grünen Kaffeebohnen enthielten oder aber ein Placebo. Beide Gruppen wurden zu einer gesünderen Ernährungsweise angehalten. Letztlich flossen die Daten von 40 Probanden in die Analyse ein.

    Es zeigte sich, dass der Bohnenextrakt den Blutdruck signifikant reduzieren konnte (-13,76 mmHg versus -6,56 mmHg in der Kontrolle).  Der Wert für Nüchternblutzucker verbesserte sich und der Bauchumfang nahm ab (-2,40 cm versus -0,66 cm in der Kontrolle). Kein Wunder, denn die Probanden, die Kaffeeextrakt zu sich nahmen hatten auch weniger Appetit als die Patienten der Kontrollgruppe. Keine Differenz zwischen den beiden Gruppen zeigte sich im Hinblick auf den “Langzeit-Blutzucker” (HbA1c) und das Lipidprofil.

    Insgesamt lässt sich sagen: Der Extrakt aus den grünen Kaffeebohnen wirkte sich positiv auf verschiedene Parameter des metabolischen Syndroms aus!

    Quellen:

    1. Roshan, H. et al.: Effects of green coffee extract supplementation on anthropometric indices, glycaemic control, blood pressure, lipid profile, insulin resistance and appetite in patients with the metabolic syndrome: a randomised clinical trial, British Journal of Nutrition, 2018.
    2. Nordestgaard, A.T. et al.: Coffee intake and risk of obesity, metabolic syndrome and type 2 diabetes: a Mendelian randomization study. Int J Epidemiol. 44(2):551-65, 2015.
    3. Grosso, G. et al.: Factors associated with metabolic syndrome in a Mediterranean population: role of caffeinated beverages. Journal of Epidemiology, 2014;24(4):327-33, 2014.