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Kaffee ist weltweit eines der beliebtesten Getränke. So ist es kaum verwunderlich, dass Kaffee zu den am besten erforschten Lebensmitteln gehört. Jährlich werden einige Hundert neue wissenschaftliche Studien veröffentlicht, die sich mit den Wirkungen von Kaffee auf die Gesundheit auseinandersetzen. Einige interessante Studien stellen wir Ihnen vor.

  • Zum Welt-Hepatitis-Tag: Die magische Bohne gegen Lebererkrankungen

    Am 28. Juli 2017 findet der diesjährige Welt-Hepatitis-Tag statt. Grund genug, um nachzulesen, was neue wissenschaftliche Studien über die Wirkung von Kaffee auf die Lebergesundheit herausgefunden haben. Denn schon seit Jahren gibt es Hinweise darauf, dass Menschen mit einer Leberentzündung (Hepatitis) von dem Kaffeegenuss profitieren.

    So ist bekannt, dass Kaffeetrinker in der Regel bessere Leberwerte haben als Menschen, die keinen Kaffee zu sich nehmen. Außerdem weisen Studien darauf hin, dass der Konsum von Kaffee einer Leberfibrose entgegenwirken und das Risiko für Leberkrebs senken kann – beides mögliche Folgeerkrankungen von Leberentzündungen.

    In der Zeitschrift World Journal of Hepatology ist nun Anfang Mai 2017 ein Review mit dem Titel „Kaffee: die magische Bohne für Lebererkrankungen“ erschienen, das aktuelle Studien zu dem Thema zusammenfasst (1). Die amerikanischen Forscher bestätigen in der Übersichtsarbeit die positiven Effekte des Bohnengetränks: Es gebe eine Vielzahl an Belegen dafür, dass der Konsum von Kaffee das Krankheitsgeschehen bei Lebererkrankungen positiv beeinflusst, schreiben die Wissenschaftler. Und sie gehen noch einen Schritt weiter: Während noch nicht abschließend geklärt sei, warum Kaffee Leberkranken so guttue, sollte die Studienlage die Mehrzahl der Patienten mit chronischen Lebererkrankungen dazu ermutigen, das Getränk zu genießen.

    Die positive Einstellung wird übrigens auch von der deutschen Leberstiftung auf ihrer Homepage geteilt (2). Auf die Frage „Ist Kaffee schädlich für die Leber?“ heißt es dort: „Nein! Im Gegenteil konnte in mehreren großen Studien nachgewiesen werden, dass der Genuss von drei und mehr Tassen Kaffee am Tag das Risiko einer Leberzirrhose bei Patienten mit chronischer Hepatitis C verringert. Kaffee erhöht auch die Erfolgschance einer Therapie gegen die Hepatitis C.“

    Nach aktuellen Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO leben weltweit 257 Millionen Menschen mit Hepatitis B und 71 Millionen mit Hepatitis C (3). Bis 2030 sollen diese Infektionen drastisch eingedämmt werden. Auch in Deutschland sind Hunderttausende von chronischer Hepatitis B und C betroffen. Ob und wie der Genuss von Kaffee diesen Patienten helfen könnte, ist daher eine wichtige Frage.

    Quellen:

    1. Heath, R. D. et al.: Coffee: The magical bean for liver disease, World Journal of Hepatology, Volume 9 (15), 2017.
    2. www.deutsche-leberstiftung.de, abgerufen am 17. Juli 2017
    3. www.welthepatitistag.info
  • Sport und Kaffee – eine gute Kombination

    Zwei sportliche Highlights erwarten uns: Am ersten Juli beginnt mit der Tour de France das wichtigste Etappenrennen der Welt, und am dritten Juli beginnen die prestigeträchtigen Tennisspiele in Wimbledon. Für ihre Höchstleistungen müssen die Spitzensportler auf viele Dinge verzichten und genau aufpassen, was sie essen und trinken. Auf ein Getränk, das jeden Tag Millionen Menschen genießen, müssen sie aber glücklicherweise nicht verzichten: Kaffee.

    Das Kaffeegetränk enthält keine Kalorien, sofern man auf Milch und Zucker verzichtet, und es kann sich positiv auf die sportliche Leistung auswirken. Schon seit Jahrzehnten wissen Sportler um die leistungssteigernde Wirkung von Kaffee bzw. Koffein im Ausdauertraining. In den vergangenen Jahren ist deutlich geworden, dass auch Athleten in mannschafts- und kraftbasierten Sportarten von dem Effekt profitieren können.

    Dafür sind keinen hohen Dosen notwendig: Die Einnahme von drei mg Koffein pro kg Körpergewicht (also etwa 200 bis 300 mg Koffein oder zwei bis drei Tassen Kaffee) kann laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bereits die Ausdauerleistung verbessern. Doch eine Studie aus dem Jahr 2016 zeigte, dass auch geringere Dosen effektiv sein können.

    Für die leistungssteigernde Wirkung des Koffeins machen Fachleute vor allem den antagonistischen Effekt der Substanz auf die Adenosin-Rezeptoren im Gehirn verantwortlich. Studien weisen darauf hin, dass unter dem Einfluss von Koffein die Erschöpfung später einsetzt und die subjektive Bewertung der Anstrengung positiv beeinflusst wird. Außerdem werden nachweislich Wachheit, Aufmerksamkeit und Stimmung beim Training verbessert. Dies alles trägt zur Verbesserung des Leistungsvermögens bei.

    Bedenken wegen eines „Flüssigkeitsverlustes“ durch den Genuss von Kaffee oder Koffein sind unberechtigt. Studien haben gezeigt, dass sich die Wirkung von Kaffee auf den Wasserhaushalt kaum von der von Wasser unterscheidet.

    Sportler brauchen also, selbst bei größeren körperlichen Strapazen, nicht auf ihren gewohnten Kaffee zu verzichten.

    Quellen:

    1. EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA), EFSA Journal, 9(4):2053, 2011. 
    2. Talanian, J.L. & Spriet, L.L. Appl Physiol Nutr Metab, 41(8):850–5, 2016.
    3. Zheng, X. & Hasegawa, H. Pharmacol Biochem Behav, 140:82–9, 2016.
    4. Astorino, T.A. & Roberson, D.W. J Strength Cond Res, 24(1):257–65, 2010.
  • Energy Drinks wirken anders als Kaffee

    Eine 250-ml-Dose eines üblichen Energy-Drinks beinhaltet etwa 80 mg Koffein, also ungefähr die Menge, wie sie auch in einer Tasse Kaffee enthalten sein kann. Dennoch haben Energy-Drinks im Vergleich zu Kaffee oder Tee eine stärkere Wirkung. Eine Studie zeigt nun, dass hierfür wohl nicht das Koffein, sondern andere Inhaltsstoffe aus den Energy Drinks wie beispielsweise Taurin oder Carnitin bzw. diese in Kombination mit dem Koffein verantwortlich sein könnten.

    In der randomisierten doppelblinden, koffeinkontrollierten Cross-over-Studie nahmen 18 gesunde Probanden zwischen 18 und 40 Jahren entweder 946 ml Energy-Drink oder ein anderes koffeinhaltiges Getränk (Kontrollgruppe) zu sich. Beide Getränke hatten den gleichen Koffeingehalt (jeweils 320 mg). Im Anschluss wurde über 24 Stunden mehrfach der Blutdruck gemessen sowie ein EKG (Elektrokardiogramm) geschrieben.

    Zwei Stunden nach dem Genuss von Energy-Drinks zeigte sich im EKG eine Verlängerung der Kammererregung des Herzens (Verlängerungen des QTc-Intervalls), und noch sechs Stunden nach dem Konsum lag der periphere systolische Blutdruck um 4,72 mm Hg über dem Ausgangswert. In der Kontrollgruppe lag er nur um 0,83 mm Hg höher als der Ausgangswert. In Bezug auf andere EKG-Parameter, unter anderem der Herzfrequenz und dem peripheren diastolischen Blutdruck sowie dem zentralen systolischen und diastolischen Druck zeigten sich keine Unterschiede zwischen den Versuchsgruppen.

    In Hinblick auf Koffein gibt es eine Vielzahl von Studien und klare Empfehlungen: Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sind Einzeldosen von bis zu 200 mg Koffein oder eine über den gesamten Tag verteilte Koffeinaufnahme aus allen Quellen von bis zu 400 mg pro Tag unbedenklich für die gesunde erwachsene Allgemeinbevölkerung*.

    Doch die Zusatzstoffe in Energy-Drinks könnten die Wirkung der Getränke beeinflussen. Dies müsse durch weitere Forschungsarbeiten untersucht werden, fordern die Forscher.

    Ausführlichere Informationen finden Sie auf der Homepage der Ärztezeitung

    *ausgenommen Schwangere

    Quelle:

    Fletcher, E. A. et al.: Randomized Controlled Trial of High?Volume Energy Drink Versus Caffeine Consumption on ECG and Hemodynamic Parameters; Journal of the American Heart Association. 2017;6:e004448; Originally published April 26, 2017

  • Gesunder Genuss: Stoffwechselorgan profitiert vom Kaffeekonsum

    Kaffee gehört zu den populärsten Getränken weltweit. Dass ein so alltägliches Getränk einen Beitrag zur Lebergesundheit leisten kann, mag viele erstaunen. Doch epidemiologische Studien haben gezeigt, dass der Genuss von Kaffee das Risiko für erhöhte Leberwerte, Leberzirrhose und Leberzellkrebs verringert.

    In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben verschiedene experimentelle in-vitro und in vivo-Studien die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen erforscht. Im Januar 2017 erschien ein Review, das diese Arbeiten einer kritischen Würdigung unterzog.

    Nahezu alle Arbeiten wiesen darauf hin, so die Studienautoren, dass der Konsum von Kaffee einer Leberfibrose entgegenwirken kann. Sowohl das Koffein als auch die im Kaffeegetränk enthaltenen Chlorogensäuren nehmen dabei eine Schlüsselfunktion ein.

    Koffein, das wurde deutlich, kann die sogenannten hepatischen Sternzellen (HSC) hemmen, jene Zellen also, die unter bestimmten Umständen das Lebergewebe in funktionsloses Bindegewebe umbauen. Außerdem kann der Muntermacher die Gefäßbildung und Hämodynamik in der Leber günstig beeinflussen. Cholorgensäuren reduzieren den oxidativen Stress und modulieren die Glukose- und Lipid-Homöostase in dem zentralen Organ für den gesamten Stoffwechsel.

    Diese positiven Ergebnisse stellen ein Potential zur Behandlung von Lebererkrankungen dar. Kein Wunder also, dass die Wissenschaftler wünschen, auf die experimentellen Arbeiten mögen nun klinische Untersuchungen folgen, in denen die Wirkung der einzelnen Bestandteile des beliebten Getränks evaluiert werden.

    Quelle:

    Salomone, F., Galvano, F. & Li Volti, G.: Molecular Bases Underlying the Hepatoprotective Effects of Coffee; Nutrients 2017, 9, 85; doi:10.3390/nu9010085

  • Neuer Treibstoff fürs Gehirn dank Koffein?

    Gegenwärtig leben in Deutschland etwa 1,5 Million Menschen mit Demenzerkrankungen. Experten erwarten, dass die Zahlen in den nächsten Jahrzehnten noch deutlich steigen werden.

    Bei einer Alzheimer-Erkrankung, der häufigsten Demenzform, sterben Nervenzellen im Gehirn ab. Warum dies geschieht, ist bislang noch unklar. Wissenschaftler vermuten, dass krankhafte Eiweißablagerungen, sogenannte Plaques, eine Rolle spielen.

    Nachlassende Energieversogung
    Es gibt aber noch andere Theorien. Eine davon betrifft die Energieversorgung der „grauen Zellen“. Hauptenergielieferant für das Gehirn ist Glukose, die mit dem Blutstrom in das Organ gelangt und dort von den Nervenzellen aufgenommen wird. Die Fähigkeit der Nervenzellen, Zuckermoleküle aufzunehmen, lässt allerdings mit dem Alter nach. Bei Alzheimer-Erkrankten ist sie signifikant beeinträchtigt.

    Ketonkörper als Ersatz
    Nun können bei Glukosemangel weitere Substrate verstoffwechselt werden, hauptsächlich Ketonkörper. Diese können bis zur Hälfte der Glukoseaufnahme ersetzen. Voraussetzung hierfür ist ein Anstieg der Plasmakonzentration der Ketonkörper im Blut. Ketonkörper entstehen bei Kohlenhydratmangel als Nebenprodukt der Fettverbrennung in den Leberzellen - zum Beispiel bei Hungerzuständen oder einer ketogenen Diät. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass auch Koffein den Fettabbau fördern könnte, weshalb Koffein theoretisch als ein ketogenes Agens in Betracht kommt, das den Plasmaspiegel des Energielieferanten im Blut erhöhen könnte.

    Koffein stimuliert Ketonproduktion
    Ein Team um die Forscherin Camille Vandenberghe vom Research Center on Aging der Universität Sherbrooke/Kanada hat dies nun untersucht. Die Wissenschaftlerin evaluierte in der Studie den akuten ketogenen Effekt von zwei verschiedenen Dosen Koffein (2.5; 5.0 mg/kg) an zehn gesunden Erwachsenen. Und tatsächlich: Das zum Frühstück verabreichte Koffein stimulierte die Ketonproduktion des Körpers und damit die Plasmakonzentration dosisabhängig (+88% bzw. +116%) – eine gute Voraussetzung für die erhöhte Nutzbarkeit der Ketone als „Treibstoff“ für die Hirnzellen. Ob der Effekt anhaltend ist, und ob das alternde Gehirn auch ersatzmäßig darauf zugreifen kann, ist noch nicht geklärt und kann in weiteren Studien untersucht werden.


    Quelle:

    Vandenberghe, Camille et al.: Caffeine intake increases plasma ketones: an acute metabolic study in humans; Can J Physiol Pharmacol. 2016 Nov 25:1-4. doi: 10.1139/cjpp-2016-0338

  • Koffein könnte Entzündungsprozesse unterdrücken

    Chronische, unterschwellige Entzündungen werden mit einer Vielzahl von Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter auch solchen, die vermehrt im Alter vorkommen. Die Mechanismen, die hinter diesen Entzündungen stehen, sind sehr komplex und bisher nicht vollständig geklärt.

    Einen Part spielen sogenannte Inflammasome (siehe Kasten). Versuche haben gezeigt, dass in alternden Ratten die Inflammasom-Aktivierung und damit auch Interleukin-1 beta-Aktivierung erhöht war. Bisher war unbekannt, ob auch bei der Alterung von Menschen die Aktivierung von Inflammasomen erhöht ist und, falls ja, ob diese Aktivierung zu den typischen Alterserkrankungen wie beispielsweise Bluthochdruck beiträgt.

    Hintergrund: Inflammasom
    Das Inflammasom ist ein wichtiger Bestandteil des unspezifischen Immunsystems. Man versteht darunter einen Multi-Protein-Komplex in Fresszellen (Makrophagen / Monocyten und neutrophilen Granulozyten), der u. a. durch Bestandteile von Bakterien oder zellulären Stress stimuliert wird. Durch die Stimulation des Inflammasoms wird eine Serie von Reaktionen angestoßen, die zur Aktivierung des proinflammatorischen Zytokins Interleukin-1 beta führt. Aktives Interleukin-1 beta wird von den Makrophagen sezerniert und löst eine Entzündungsreaktion aus.


    Um dieser Frage nachzugehen, werteten Wissenschaftler der Stanford University School of Medicine Daten aus einer Kohorten-Studie aus. Die Forscher fanden heraus, dass die Expression zweier Gen-Module, die u. a. Inflammasom-Gene enthalten, über eine Periode von fünf Jahren bei jenen Studienteilnehmern erhöht war, die Bluthochdruck und damit assozierte Komorbiditäten aufwiesen.

    Außerdem wurden zwei Damage-associated molecular patterns (DAMP) neu entdeckt. Das sind körpereigene Moleküle, die entzündliche Prozesse initiieren und am Laufen halten können. Die DAMP-Moleküle waren bei den Bluthochdruck-Teilnehmern ebenfalls erhöht. Diese Biomoleküle konnten in nachfolgenden in-vitro-Versuchen eine Inflammasom-Aktivität auslösen. Die Kombination beider DAMP-Moleküle führte schließlich in Versuchen mit Mäusen u. a. zu Bluthochdruck. Darüber hinaus zeigte sich bei Teilnehmern der Kohortenstudie im Alter von mehr als 85 Jahren eine Assoziation zwischen einer erhöhten Expression der Inflammasom-Gen-Module und der Gesamtmortalität.

    Diese in der renommierten Zeitschrift Nature Medicine veröffentlichten Studienergebnisse zeigen eine direkte Verbindung zwischen einer initialen Immunantwort gegen Pathogene, einer nachfolgenden chronischen Entzündung und schließlich einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Über eine gezielte Beeinflussung des Inflammasoms könnten chronische Entzündungsprozesse abgemildert und damit altersbedingte Erkrankungen vorgebeugt werden, hoffen die Forscher.

    In weiteren Versuchen nahmen sie verschiedene Stoffwechselprodukte unter die Lupe, die sie vermehrt im Blut derjenigen Versuchsteilenehmer gefunden hatten, die eine höhere Inflammasom-Gen-Modul-Expression aufwiesen. Dazu entnahmen die Forscher jungen gesunden Spendern Monocyten und setzen diese steigenden Konzentrationen der „verdächtigen“ Stoffwechselprodukte aus. Es zeigte sich eine dosisabhängige Erhöhung von Interleukin-1 beta unter dem Einfluss von Adenin und Adenosin, letzteres war als Kontrolle eingesetzt worden. In weiteren Versuchen mit Mäusen zeigte sich, dass eine Behandlung mit Adenin unter bestimmten Umständen den Blutdruck der Tiere erhöhen konnte.

    In einem letzten Abschnitt der umfangreichen Testreihen untersuchten die Forscher den Einfluss von Koffein, dem bekannten Adenosin-Gegenspieler, auf die Inflammasom-Gen-Modul-Expression. Dazu wurden 91 Probanden nach der Höhe ihres Koffeinkonsums befragt. In der Datenanalyse zeigte sich schließlich eine negative Assoziation zwischen der Höhe der Koffeinaufnahme und der Inflammasom-Gen-Modul-Expression.

    Schließlich wurden nochmals die Daten der Kohorten-Studie herangezogen. Die Analyse zeigte, dass sich im Blut der Teilnehmer, die eine niedrigere Inflammasom-Gen-Modul-Expression aufwiesen, mehr Koffein-Metabolite fanden, sie also mutmaßlich mehr Koffein konsumiert hatten.

    In einem letzten Schritt wurde Koffein in vitro an Monozyten getestet: Koffein war im Versuch dazu in der Lage, die Interleukin-1 beta-Sekretion der Monozyten zu hemmen. Diese Hemmung korrelierte mit einer Herabsetzung der Inflammasom-Gen-Modul-Expression.

    Daher könne moderater Kaffeekonsum, so die Forscher, möglicherweise jene systemischen, unterschwelligen Entzündungen unterdrücken, die durch eine Inflammasom-Aktivierung hervorgerufen werden. Vielleicht findet sich hierin eine plausible Antwort auf die Frage, warum laut Studien Kaffeetrinker länger leben als Abstinenzler.

    Quellen:

    1. Furman, David et al.: Expression of specific inflammasome gene modules stratifies older individuals into two extreme clinical and immunological states; Nature Medicine, Published online 16 January 2017  doi:10.1038/nm.4267 http://www.nature.com/nm/journal/vaop/ncurrent/full/nm.4267.html
    2. Pressemitteilung der Stanford University School of Medicine vom 16.1.2017: Caffeine may counter age-related inflammation  med.stanford.edu/news/all-news/2017/01/caffeine-may-counter-age-related-inflammation-study-finds.html
  • Wirkt Kaffee antidepressiv?

    Immer wieder wurde untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Genuss von Kaffee bzw. Koffein und dem Risiko einer Depression gibt. Die Ergebnisse erschienen widersprüchlich. Im Jahr 2016 unterzogen Forscher die bisherigen Beobachtungsstudien einer Metaanalyse.

    Daten aus 11 Studien flossen in die Untersuchung ein [1]. Im Ergebnis zeigte sich, dass sowohl Kaffee als auch Koffein signifikant mit einem verringerten Risiko für Depressionen assoziiert waren. Unterstrichen wurden diese Befunde durch ein Review aus dem gleichen Jahr, das zu ähnlichen Ergebnissen kam [2]. Ob die beschriebenen Zusammenhänge ursächlich sind, darüber geben die erwähnten Studien keine Auskunft. Für solche Fragen wären experimentelle Untersuchungen notwendig.

    Einen anderen, interessanten Aspekt beleuchtet eine Anfang 2017 erschienene Studie mit 95 Teilnehmern: Die stationären Patienten mit einer akuten depressiven Episode erhielten zusätzlich zu ihrer Medikation vier Wochen lang entweder eine niedrige Dosis Koffein oder aber ein Placebo. Im Ergebnis zeigte sich, dass die Gabe von 60 mg Koffein nicht nur die kognitiven Fähigkeiten der Patienten verbesserte, sondern auch die Wirksamkeit der Antidepressiva steigerte [3]. Um zu klären, wie effizient diese Wirkung ist, und ob sie sich tatsächlich therapeutisch nutzen ließe, dafür bräuchte es weitere und größere Interventionsstudien.

    1. Wang, L. et al. Austr. and New Zealand J of Psychiatry 50(3):228-422015, 2016.
    2. Grosso, G. et al. Mol Nutr Food Res, 60(1):223-34, 2016.
    3. Liu, Q.-S. et al. Mol Nutr Food Res, Epub ahead of print, 5. Jan 2017.