Archiv: Jahr 2015

Hier finden Sie Meldungen aus dem Jahr 2015

  • Kaffee: kein erhöhtes Blasenkrebsrisiko

    Freunde koffeinhaltiger Getränke müssen Blasentumoren nicht mehr fürchten als andere Menschen auch. Zu diesem Ergebnis kamen italienische Forscher, die im Rahmen einer Fall-Kontroll-Studie herausfinden wollten, ob sich bei Blasenkrebspatienten Auffälligkeiten für den Konsum koffeinhaltiger Getränke ergeben.

    Die Daten von 690 Patienten mit Blasenkrebs flossen in die Studie ein. Die Patienten wurden intensiv nach Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum, beruflichem Kontakt mit Schadstoffen und Ernährungsgewohnheiten befragt. Dabei interessierten sich die Forscher vor allem dafür, wie viel Kaffee, Tee und Cola die Betroffenen im Laufe ihres Lebens im Schnitt pro Tag getrunken hatten. Dieselben Fragen stellten sie auch 665 ähnlich alten Krankenhauspatienten ohne Blasenkrebs.

    Wie sich herausstellte, tranken Blasenkrebspatienten nach eigenen Angaben deutlich mehr Kaffee als nicht Erkrankte, allerdings hatten sie auch mehr geraucht. Rauchen aber ist der wichtigste Risikofaktor für Blasenkrebs, viele der im Zigarettenrauch enthaltenen Substanzen wirken krebserregend.
    Wurde der Tabakkonsum in der Auswertung berücksichtigt, gab es keine signifikanten Unterschiede mehr zwischen beiden Gruppen. Weder für aktuelle Kaffeetrinker noch für gelegentliche, ehemalige oder starke Konsumenten des Getränks ließ sich ein signifikant erhöhtes Blasenkrebsrisiko berechnen, auch gab es keinen Trend zu einer höheren Gefahr bei steigendem Konsum.

    Quelle:
    springermedizin.de vom 19.10.2015, basierend auf: Turati F et al. Coffee, Tea, Cola and Bladder Cancer Risk: Dose- and Time-Relationships. Urology 2015, online publiziert am 25. September 2015 doi: 10.1016/j.urology.2015.09.017


  • Herz im Takt - auch mit Kaffee!

    Über lange Zeit stand Kaffee im Verdacht, Herzrhythmusstörungen auslösen zu können. Zu Unrecht, wie Ergebnisse hinsichtlich der bedeutsamsten Rhythmusstörung, dem Vorhofflimmern, immer wieder zeigen (1, 2).

    Erneut zeigte dies eine Analyse von amerikanischen Wissenschaftlern, die bei einer Tagung der Heart Rhythm Society 2015 (HRS 2015) in Boston als Poster vorgestellt wurde.

    Die Auswertung basiert auf der Cardiovascular Health Study, an der über 5.000 Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen teilnehmen.

    Bei 1.414 zufällig ausgewählten Studienteilnehmern aus dieser Kohorte wurden 24-Stunden-EKGs angefertigt. Deren Ergebnisse wurden mit von den Patienten via Fragebogen erhobenen Angaben zur Ernährung und speziell zum Kaffee-, Tee- und Schokoladenkonsum in Beziehung gesetzt.

    Spezifisch untersucht wurden vorzeitige atriale Kontraktionen (PAC) sowie vorzeitige ventrikuläre Kontraktionen (PVC). Nicht wenige Mediziner sahen Koffeinkonsum als möglichen Trigger für beide Störungen an, obwohl es dafür wenig Belege gibt.

    Auch die neue Auswertung liefert keinen solchen Hinweis. Zwischen dem wöchentlichen Kaffeekonsum und der Häufigkeit von PAC bzw. PVC zeigte sich keinerlei positive Korrelation. Ebenfalls keine Korrelation gab es zwischen PAC/PVC und dem Konsum von Tee sowie dem Konsum von Schokolade.

    Die Autoren plädieren angesichts dieser Ergebnisse dafür, endlich damit aufzuhören, Patienten mit Herzrhythmusstörungen vom Kaffeekonsum abzuraten.

    Quellen:

    1. Cheng M, et al. (2014). Caffeine intake and atrial fibrillation incidence: dose response meta-analysis of prospective cohort studies. Canadian Journal of Cardiology, Vol. 30, Issue 4, 448-454
    2. Caldeira D, et al. (2013). Caffeine does not increase the risk of atrial fibrillation: a systematic review and meta-analysis of observational studies, Heart, Vol 99(19):1383-9. doi: 10.1136/heartjnl-2013-303950.
    3. Ärztezeitung online vom 06.07.2015: Herzrhythmusstörung ­– Freispruch für Koffein?
  • Verbessert Kaffee Prognose bei Darmkrebs?

    Könnte es sein, dass Darmkrebspatienten, die täglich mehr als vier Becher Kaffee trinken, seltener einen Rückfall erleiden und seltener an Darmkrebs sterben, als solche Patienten, die nie Kaffee trinken?

    Dies jedenfalls legt eine Studie eines renommierten amerikanischen Krebsforschungszentrums nahe.

    In der Studie wurde eigentlich die Wirkung bestimmter Chemotherapie-Optionen untersucht. Jedoch füllten die mehr als 1.200 Studienteilnehmer auch ausführliche Fragebögen zu Lebens- und Ernährungsgewohnheiten aus. Ihre Angaben wurden später mit den Behandlungsergebnissen in Beziehung gesetzt.

    Demnach erlitten Studienteilnehmer, die mehr als vier Becher Kaffee pro Tag tranken, zu 42 Prozent seltener ein Krebsrezidiv oder starben seltener am Darmkrebs als Teilnehmer, die angegeben hatten, niemals Kaffee zu trinken. Entkoffeinierter Kaffee oder Tee hingegen waren nicht mit einer verbesserten Prognose verbunden.

    Allerdings ist unklar, ob dieser Zusammenhang ursächlich ist, ob also tatsächlich der Kaffeekonsum die Prognose verbessert oder irgendwelche anderen, möglicherweise damit im Zusammenhang stehende Faktoren, wie beispielsweise ein aktiver Lebensstil.

    Die Forscher sind daher vorsichtig in Bezug auf Empfehlungen: Darmkrebspatienten, die gern Kaffee tränken, könnten dies weiterhin tun. Solche hingegen, die bis dahin keinen Kaffee konsumiert hatten, sollten zuerst mit ihrem behandelnden Onkologen darüber sprechen.

    Quellen:

    1. Guerico, B.J. et al.: Coffee Intake, Recurrence, and Mortality in Stage III Colon Cancer: Results from CALGB 89803 (Alliance); online veröffentlicht am 17. August 2015, Journal of Clinical Oncology; doi: 10.1200/JCO.2015.61.5062
    2. Dana-Farber Cancer Institut: Drinking coffee daily may improve survival in colon cancer patients; Pressemittelung vom 17.8.2015
      www.dana-farber.org/Newsroom/News-Releases/Drinking-coffee-daily-may-improve-survival-in-colon-cancer-patients.aspx
  • Hilft Kaffee der "Manneskraft"?

    Eine amerikanische Studie zeigt, dass Kaffeetrinker möglicherweise seltener unter Erektionsstörungen (erektiler Dysfunktion) leiden.

    In der Studie waren mehr als 3.000 Männer im mittleren Alter von 49 Jahren u. a. zu ihrer Ernährung und zu Problemen mit dem Aufrechterhalten einer Erektion befragt worden. Die Auswertung zeigte: Männer, die Koffein zu sich nahmen litten seltener an erektiler Dysfunktion, insbesondere dann, wenn die aufgenommene Koffeinmenge dem Koffeingehalt von zwei bis drei Tassen Kaffee entsprach.

    Allerdings zeigte sich dieser Zusammenhang nur bei Männern mit Übergewicht oder mit Bluthochdruck und außerdem nur bei Männern ohne Diabetes. Bei Männern mit normalem Gewicht, normalem Blutdruck oder mit Diabetes bestand kein signifikanter Zusammenhang zwischen Koffeinzufuhr und Erektionsfähigkeit.

    Die Forscher räumen ein, dass ihre Studie Grenzen hat. So waren im Vorfeld nicht alle Risikofaktoren für eine erektile Dysfunktion erfasst worden. Außerdem konnte aufgrund des Studiendesigns nicht geklärt werden, ob der Koffeinkonsum selbst die positiven Effekte erzielte, oder aber andere damit verbundene Parameter.

    HINTERGRUND

    Glatte Muskulatur und Koffein
    Im schlaffen Zustand enthalten die drei Schwellkörper im Penis nur geringe Mengen an Blut. Dafür sorgen dauerhaft kontrahierte glatte Muskeln in den Arterien und den Schwellkörpern. Die angespannten Muskeln verhindern, dass sich die Adern ausdehn­en und viel Blut in die Schwellkörper strömt.

    Eine Relaxation (Entspannung) der glatten Muskulatur im Penis hat zur Folge, dass mehr Blut in die Schwellkörper einströmen kann - es kommt zur Erektion.
    Es ist bekannt, dass Koffein die glatte Muskulatur beispielsweise der Bronchien entspannen kann. Ob Koffein auch für eine Relaxation der glatten Muskulatur im Penis sorgen kann, müsste noch geklärt werden.

    Erektile Dysfunktion
    Erektionen entstehen durch das komplexe Zusammenspiel der Blutgefäße, des Nervensystems, der Hormone und Muskeln. Damit ist klar, dass erektile Dysfunktionen vielfältige Ursachen haben können. Oftmals sind sie ein Begleitsymptom von Erkran­kungen, wie z. B. Diabetes, einer koronaren Herzkrankheit, arteriellen Durchblutungs­störungen oder neurologischen Erkrankungen.
    Nach amerikanischen Studien treten bei etwa der Hälfte der über 40-jährigen Männer zumindest zeitweise Erektionsstörungen auf.

    Quellen:

    1. Lopez, D.S.: Role of Caffeine Intake on Erectile Dysfunction in US Men: Results from NHANES 2001-2004; PLOS one, 28.4.2015 DOI: 10.1371/journal.pone.0123547
    2. Ärzte Zeitung online vom 03.07.2015: Erektile Dysfunktion – Kaffeetrinker sind potenter
    3. Internisten im Netz: Erektile Dysfunktion, unter www.internisten-im-netz.de, abgerufen am 6.7.2015
  • Kaffee senkt Melanomrisiko

    Jetzt beginnt die warme Jahreszeit und damit steigt die Zeit, die wir in der Sonne verbringen. Wer für seine Gesundheit sorgt, schützt die Haut vor übermäßiger UV-Strahlung. Geeignet dafür sind Sonnencremes, Kleidung und Schatten.

    Doch nun bringen Forscher etwas ins Spiel, womit wahrscheinlich die Wenigsten gerechnet hätten: Kaffee.

    Laborversuche haben schon vor längerem gezeigt, dass bestimmte Inhaltsstoffe des Kaffees vor UVB-bedingten Zell- bzw. DNA-Schäden schützen. Die Epidemiologin Erikka Loftfield wollte nun wissen, ob sich diese Erkenntnisse auch in epidemiologischen Studien widerspiegeln würden.

    Sie und ihre Kollegen werteten die Daten von fast 500.000 Probanden aus einer 1996 abgeschlossenen amerikanischen Ernährungs- und Gesundheitsstudie aus. Die Befragten hatten über zehn Jahre ihre Essgewohnheiten protokolliert, außerdem wurden Angaben zur UV-Belastung, Body-Mass-Index, Alter, Geschlecht, körperliche Aktivität sowie Alkohol- und Zigarettenkonsum abgefragt.

    Im Follow-up von zehn Jahren (Median) hatten 2.904 Teilnehmer ein Melanom (schwarzer Hautkrebs) entwickelt.

    Berechnungen zeigten: Menschen, die vier Tassen Kaffee am Tag tranken, hatten ein 20 Prozent niedrigeres Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Dies galt allerdings nur für koffeinhaltigen Kaffee. Bei einem Konsum von drei Tassen am Tag war das Risiko immerhin noch um 10 Prozent niedriger.

    Kaffee enthält laut den US-Forschern viele bioaktive Stoffe, die sich offenbar auf die Entstehung des Melanoms auswirken. Dennoch ersetzt der Kaffeegenuss natürlich keinen Sonnenschutz.

    Gut eingecremt und mit Hut oder Kappe können Sie aber erst Recht Ihre Tasse Kaffee in der Sonne genießen!

    Quellen:

    1. Erikka Loftfield et al.: Coffee Drinking and Cutaneous Melanoma Risk in the NIH-AARP Diet and Health Study; J. Natl. Cancer. Inst. Januar 2015; jnci.oxfordjournals.org/content/107/2/dju421.full
    2. Medical Tribune online vom 27.3.2015
      www.medical-tribune.de/fuer-patienten/artikeldetail/kaffee-schuetzt-vor-hautkrebs.html
  • Kaffee hält das Erbgut fit

    Viele Menschen trinken gerne und regelmäßig Kaffee und schätzen den koffeinhaltigen Wachmacher. Lebensmittelchemiker von der Technischen Universität Kaiserslautern haben jetzt herausgefunden, dass regelmäßiger Kaffeekonsum die Erbinformationen der DNA offenbar vor Schäden schützt, die sonst durch Umwelteinflüsse, wie etwa UV-Licht, entstehen können. Kaffee verhindert die sogenannten DNA-Strangbrüche, die zum Zelltod oder zu Mutationen führen können.


    Kaffeetrinken im Dienst der Wissenschaft

    Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler um Prof. Dr. Elke Richling vier Wochen lang 84 gesunde Männer. Die Hälfte von ihnen sollte täglich 750 ml Kaffee trinken, die andere bekam stattdessen Wasser. Die Probanden sollten während dieser Zeit ihre üblichen Ernährungsgewohnheiten beibehalten und andere koffeinhaltige Produkte vermeiden. Vor und nach der Testphase untersuchten die Forscher das Erbgut der weißen Blutkörperchen auf sogenannte Strangbrüche im Erbmaterial. Solche Brüche des strickleiterartigen Moleküls kann der Körper nur schwer reparieren. Sie führen deshalb zur Alterung der Zellen und im schlimmsten Falle zu Krebs.

    Weniger Brüche im Erbgut bei Kaffeetrinkern
    „Zu Beginn der Studie zeigten beide Gruppen ein ähnliche Anzahl an DNA-Strangbrüchen", berichtet die Mitarbeiterin Dr. Tamara Bakuradze von der TU Kaiserslautern. Nach vier Wochen wiesen die Männer, die nur Wasser getrunken hatten, geringfügig mehr DNA-Strangbrüche in ihren weißen Blutkörperchen auf. In der Kaffeetrinker-Gruppe dagegen war die Anzahl der Strangbrüche deutlich gesunken. Insgesamt gab es 27 Prozent weniger Strangbrüche bei den Kaffeetrinkern. „Wir kommen zu dem Schluss, dass regelmäßiger Kaffeekonsum zur Instandhaltung der DNA beiträgt", fassen die Lebensmittelchemiker ihre Ergebnisse zusammen.

    Erklärung für schützende Wirkungen von Kaffee?
    Das könnte erklären, warum dem Kaffeegenuss immer wieder positive und vorbeugende Effekte vor allem bei degenerativen Krankheiten wie Krebs, Altersdiabetes, Parkinson und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zugeschrieben werden. Ob der Kaffee die Gene wirklich dauerhaft fit hält, sollen bald neue Studien mit einer deutlich größeren Anzahl von Männern und Frauen zeigen.

    Quellen:

    1. Kaffee hält DNA fit; Pressemitteilung der Technischen Universität Kaiserslautern vom 20.04.2015
    2. Bakuradze, T. et al.: Consumption of a dark roast coffee decreases the level of spontaneous DNA strand breaks: a randomized controlled trial; Eur J Nutr. 2015 Feb;54(1):149-56. doi: 10.1007/s00394-014-0696-x.
  • Ein Apfel am Tag und drei Tassen Kaffee

    Äpfeln wird seit Jahrzehnten zu recht viel Gutes nachgesagt nach dem Motto „An apple a day keeps the doctor away!“. Aber auch Kaffee ist ein inzwischen gut untersuchtes Genussmittel, dessen positive Wirkungen auf den Körper und die Gesundheit in zahlreichen Studien belegt sind.

    Bekannt ist etwa die Verminderung des Risikos für einen Typ-2-Diabetes. Dass Kaffee das Herz-Kreislauf-System beeinflusst, ist ebenfalls unbestritten. So steigt der Blutdruck durch das enthaltene Koffein kurzzeitig an und bringt so manchen Morgenmuffel auf die Beine.

    Südkoreanische Forscher haben jetzt in einer Untersuchung bei 25.000 augenscheinlich herzgesunden Arbeitern – weibliche und männliche im Durchschnittsalter von 41 Jahren – die Auswirkungen auf Kalkablagerungen in den Herzkranzgefäßen (Koronararterien) unter die Lupe genommen. Sie wählten dazu die Bestimmung des „coronary artery calcium“ (CAC), wobei die Kalkablagerungen mittels Computertomografie festgestellt werden können. CAC gilt als früher Marker einer Arteriosklerose, die schlussendlich zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann.

    In Abhängigkeit von der konsumierten Kaffeemenge fanden die Forscher einen positiven Einfluss des Getränks auf die Kalkablagerungen in den Koronargefäßen, der mehr oder minder ausgeprägt war. Statistisch signifikant war der positive Einfluss allerdings nur beim Trinken von drei bis fünf Tassen Kaffee pro Tag. Möglicherweise könnte also bei dieser konsumierten Kaffeemenge das Risiko für eine Arteriosklerose vermindert werden.

    Natürlich stellt diese Studie eine Momentaufnahme dar, Nachuntersuchungen über mehrere Jahre wären sinnvoll, um den Hinweis auf einen protektiven Effekt in dieser Bevölkerungsgruppe zu untermauern. Inwieweit die Ergebnisse etwa auf Europa übertragen werden können, ist noch offen. Was man aber mit hoher Sicherheit aus dieser Studie entnehmen kann ist, dass Kaffee keine negativen Auswirkungen auf die Herzkranzgefäße hat.

    Ähnliche Hinweise auf positive Wirkungen gibt es aber bereits aus einer groß angelegten Metaanalyse von 2013/2014, in der 36 Studien mit insgesamt über 1,2 Millionen Teilnehmern ausgewertet wurden. Zusammenfassend sagen die Forscher, dass sich über Jahre gepflegter, moderater Genuss von drei bis fünf Tassen Kaffee günstig auf Herzfunktion und Kreislauf auswirkt.

    Quellen:

    1. Choi Y, et al. Coffee consumption and coronary artery calcium in young and middle-aged asymptomatic adults. Heart. Published online first März 2015, heart.bmj.com/content/early/2015/02/06/heartjnl-2014-306663.abstract
    2. Ding M, et al. Long-Term Coffee Consumption and Risk of Cardiovascular Disease: A Systematic Review and a Dose-Response Meta-Analysis of Prospective Cohort Studies. Circulation 2013. circ.ahajournals.org/content/early/2013/11/07/CIRCULATIONAHA.113.005925
  • Mortalitätsrisiko sinkt durch Kaffeegenuss

    Mehrfach haben epidemiologische Studien bereits darauf hingewiesen, dass der Genuss von Kaffee vermutlich die Mortalität (das Sterberisiko) sowohl allgemein als auch in Bezug auf bestimmte Erkrankungen senken kann. Eine im März 2015 veröffentliche Untersuchung unterstreicht nun die positiven Ergebnisse aus den vergangenen Jahren.

    In die Studie flossen die Daten von 90.000 Japanern beiderlei Geschlechts im Alter zwischen 40 und 69 Jahren ein. Zu Beginn der Untersuchung waren alle Teilnehmer gesund. Der Beobachtungszeitraum betrug fast 19 Jahre.

    Die statistische Auswertung der erfassten Daten zeigte, dass regelmäßiger Genuss von Kaffee das Risiko vermindert, an einer Erkrankung des Herzens, der Atemwege oder einer zerebrovaskulären Krankheit zu sterben. Der Effekt war dosisabhängig und zeigte einen spiegelverkehrten J-förmigen Verlauf. Drei bis vier Tassen stellten in der Untersuchung die optimal Menge dar, bei der das Sterberisiko der Kaffeetrinker im Vergleich zu denjenigen, die nie Kaffee tranken, um 24 Prozent sank.

    Die Autoren nennen mehrere Wirkstoffe und Mechanismen, die für die Schutzwirkung verantwortlich sein könnten. Dazu zählen die antioxidative Wirkung der Chlorogensäure und der positive Einfluss des Koffeins auf die Gefäßfunktion und deren Reparaturmechanismen. Dem Muntermacher werden zudem antithrombotische Effekte zugeschrieben.

    Quelle:

    Saito, E. et al.: Association of coffee intake with total and cause-specific mortality in a Japanese population: the Japan Public Helath Center-based Prospective Study. Am. J. Clin. Nutr., März, 2015

  • Verbessert Kaffee die Gefäßfunktion?

    Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass der Konsum von Kaffee das Mortalitätsrisiko bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringert. Japanische Forscher wollten wissen, was der Grund dafür sein könnte.

    In einer Studie untersuchten sie den Effekt, den eine Tasse Kaffee auf die Funktion der kleinsten Blutgefäße, der sogenannten Kapillaren hat.

    27 gesunde Probanden nahmen jeweils entweder eine Tasse koffeinhaltigen bzw. koffeinfreien Kaffees zu sich. Mit Hilfe einer Laser-Doppler-Fluxmetrie wurde nun der Blutfluss in den Fingern gemessen.

    Koffeinhaltiger Kaffee erhöhte den Blutdruck nur leicht und verringerte gleichzeitig den Blutfluss in den Kapillaren. Entkoffeinierter Kaffee zeigte diesen Effekt nicht. Der Puls änderte sich weder durch entkoffeinierten noch durch koffeinhaltigen Kaffee.

    Besonders interessant aber war, dass der koffeinhaltige Kaffee die sogenannte „postokklusive reaktive Hyperämie“ im Finger verbesserte.

    Unter einer postokklusiven reaktiven Hyperämie verstehen Mediziner die Mehrdurchblutung nach einer kurzen Drosselung der Blutzufuhr. Dabei kommt es u. a. zu einer Erweiterung der Blutgefäße.

    Diese Reaktion ist ein Index für die Funktionstüchtigkeit der Endothelien, der Innenauskleidung der Blutgefäße. Die Funktion dieser Wandauskleidung ist wichtig in Bezug auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wird sie gestört, kann es zu Arteriosklerose (Arterienverkalkung) und den damit verbundenen Folgen, wie beispielsweise Herzinfarkt, kommen.

    Die japanische Studie zeige zum ersten Mal, so die Forscher, dass die Menge an Koffein, die einer Tasse enthalten ist, die Funktion der Endothelien in den kleinsten Blutgefäßen verbessern könne.

    Quellen:

    1. Noguchi, K. et al.: Effect of caffeine contained in a cup of coffee on microvascular function in healthy subjects; J. Pharmacol. Sci. Februar 2015; 127(2):217-22. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25727960
    2. Klasinc, Romana: Post-okklusive reaktive Hyperämie: Erfassung und Quantifizierung der Reaktionsdynamik; Diplomarbeit an der Medizinischen Universität Graz; April 2011
  • Kaffeesäure hemmt Hepatitis-C-Viren

    Hepatitis C ist eine heimtückische Viruserkrankung: In bis zu 80 Prozent aller Fälle verläuft sie chronisch und kann zudem in Leberkrebs münden.

    Interessant ist ein gegenläufiger Zusammenhang zwischen Kaffeegenuss und dem Risiko für Leberkarzinome: Aus Fall-Kontroll-Studien weiß man, dass ein moderater Kaffeekonsum das Risiko für Leberzellkarzinome signifikant senken kann.

    Japanische Forscher um Isei Tanida vom National Institute of Infectious Diseases in Tokyo haben nun einen möglichen Grund dafür gefunden: Versuche mit Leberzellkulturen zeigten, dass Kaffeesäure die Vermehrung von Hepatitis-C-Viren – und damit eine mögliche Ursache für Leberkrebs – hemmen kann.

    Für ihre Studie infizierten die Wissenschaftler die Leberzellen mit Hepatitis-C-Viren. Die Viren vermehren sich in den Zellen und sind dann auch im Kulturmedium nachweisbar.

    Im Kulturmedium derjenigen Zellkulturen, die die Forscher im Anschluss an die Infektion entweder mit Kaffeesäure oder aber mit Kaffeeextrakt behandelten, fanden sich jedoch nach einigen Tagen erheblich weniger Viruspartikel, als in den Kulturen ohne Kaffee-Inhaltstoffe.

    In den Versuchen kamen sie auch dem Wirkmechanismus ein wenig näher: Anscheinend hemmt die Kaffeesäure die Viren in der Anfangsphase des Infektionsgeschehens, direkt nach Eindringen der Viren in die Leberzellen.

    Die Forscher schließen daraus, dass die Behandlung mit Kaffeesäure die Vermehrung von Hepatitis-C-Viren hemmt.

    Kaffeesäure ist einer der am häufigsten vorkommenden sekundären Pflanzenstoffe in der Nahrung. Kaffee enthält relativ hohe Mengen an der zu den Phenolsäuren gehörenden Verbindung. In einer Tasse Kaffee sind etwa 25-75 mg Kaffeesäure enthalten.

    Quellen:

    1. Tanida, I. et al.: Caffeic acid, a coffee-related organic acid, inhibits the propagation of hepatitis C virus. Jpn J Infect Dis., Januar 2015 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25672401
    2. Kaffeesäure www.chemie.de/lexikon/Kaffees%C3%A4ure.html