Archiv: Jahr 2014

Hier finden Sie Meldungen aus dem Jahr 2014

  • Koffein: Besseres Gedächtnis bei Alzheimer

    Die Ergebnisse epidemiologischer Studien lassen vermuten, dass der Genuss von Kaffee und schwarzem Tee das Alzheimer-Risiko verringert und einem alterungsbedingten Nachlassen der kognitiven Fähigkeiten entgegen wirkt.

    Aktuelle experimentelle Untersuchungen an Mäusen liefern nun eindrucksvolle weitere Hinweise dafür.

    Ein Wissenschaftlerteam um Prof. Dr. Christa E. Müller von der Universität Bonn und Dr. David Blum von der Universität Lille wollte wissen, wie sich Koffein auf die bei Alzheimer typischen Eiweißablagerungen auswirkt.

    Dafür entwickelten sie einen koffeinähnlichen Wirkstoff (MSX-3), der vielfach „leistungsstärker“ als herkömmliches Koffein ist und dabei weniger Nebenwirkungen hat. Dieser Wirkstoff, wie das Koffein selbst ein sogenannter A2A-Antagonist, überzeugte in einem Mausmodell mit genetisch veränderten Tieren, welche die bei Alzheimer typischen Protein-Ablagerungen aufweisen: Die Nager schnitten in Gedächtnistests deutlich besser ab, als ihre unbehandelten Artgenossen.

    Im nächsten Schritt will die Bonner Forscherin jetzt herausfinden, ob ihr Wirkstoff auch positiv auf Eiweiß-Plaques aus Amyloid-Beta wirkt, die ebenfalls ein charakteristisches Merkmal der Alzheimer-Krankheit sind, und ob die dadurch hervorgerufenen Defizite verhindert oder reduziert werden können. „Ein positives Ergebnis würde die Grundlage dafür bilden, A2A-Adenosinrezeptor-Antagonisten als neuartige Arzneistoffe für die Alzheimer-Krankheit zu entwickeln“, sagt Christa Müller.

    Die Forschungsarbeit wird von der gemeinnützigen Alzheimer Forschung Initiative e.V. unterstützt, die Ergebnisse wurden in der angesehenen Fachzeitschrift „Molecular Psychiatry“ veröffentlicht.

    Quellen:

    1. Pressemitteilung des Informationsdienst Wissenschaft (idw) vom 2.12.2014: Mit Koffein gegen die Alzheimer-Krankheit: Vielversprechendes Forschungsprojekt verlängert.
    2. Laurent, C. et al.: A2A adenosine receptor deletion is protective in a mouse model of Tauopathy. Molecular Psychiatry, online veröffentlicht am 2. Dezember 2014, doi: 10.1038/mp.2014.151
  • Kaffeetrinker haben bessere Leberwerte

    Bereits in der Vergangenheit haben zahlreiche Studien Hinweise für eine positive Wirkung von Kaffee auf die Leber geliefert. Nun kommt eine wissenschaftliche Untersuchung aus dem renommierten National Cancer Institute (NCI) in Bethesda, Maryland/USA hinzu. Die Forscher konnten zeigen: Wer Kaffee trinkt, hat in der Regel bessere Leberwerte.

    Für ihre Arbeit werteten sie Daten einer Studie aus, in deren Rahmen rund 28.000  US-Bürger über zehn Jahre hinweg zu ihren Ernährungsgewohnheiten und ihrem Gesundheitsstatus befragt und untersucht worden waren.

    Die Analyse der Daten ergab, dass diejenigen Teilnehmer, die in den 24 Stunden vor der Blutanalyse mindestens drei Tassen Kaffee getrunken hatten, ein geringeres Risiko für hohe Leberwerte (bezogen auf die Enzyme ALT, ALP, AST und GGT) aufwiesen, als jene, die das nicht getan hatten. Auch als die Forscher den Einfluss verschiedener Risikofaktoren für hohe Leberwerte herausrechneten, wie beispielsweise einen hohen Body-Mass-Index, Rauchen, Diabetes oder eine HBV- oder HCV-Infektion, blieb der Zusammenhang bestehen.

    Entkoffeinierter Kaffee zeigte ähnliche Resultate, was ein Hinweis darauf ist, dass nicht das Koffein für den schützenden Effekt auf die Leber verantwortlich ist, sondern irgendein anderer Inhaltsstoff.

    Mögliche „Kandidaten“ sind schon ins Blickfeld der Forscher gerückt: In Tierversuchen hat man Hinweise auf einen protektiven Effekt zweier Bestandteile des Kaffeeöls, der beiden Dipertene Cafestol und Kahweol, gefunden. Diese sollen Leberzellen vor Aflatoxin B1 schützen, einem Schimmelpilzgift. Cafestol und Kahweol fördern zudem möglicherweise die Synthese von Glutathion, welches bei Entgiftungs­vor­gängen in der Leber eine Rolle spielen soll.

    Quelle:

    Xiao Q et al.: Inverse associations of total and decaffeinated coffee with liver enzyme levels in NHANES 1999–2010. Hepatology, online veröffentlicht im Oktober 2014; doi: 10.1002/hep.27367

  • Kaffee wirkt sich positiv auf Metabolisches Syndrom aus

    Den Genuss koffeinhaltiger Getränke, wie Kaffee oder Tee, hat man schon in früheren Studien mit einer Verbesserung einzelner Parameter des metabolischen Syndroms in Verbindung gebracht. In einer Studie sollte untersucht werden, ob es auch in einer mediterranen Region (Italien) einen Zusammenhang zwischen einzelnen Parametern des Metabolischen Syndroms und dem Konsum koffeinhaltiger Getränke gibt.

    Dazu wurden von fast 2.000 Bewohnern der Stadt Sicily (Süditalien) Daten über einen Zeitraum von etwa 1,5 Jahren für eine Querschnittsstudie erhoben. Demografische Daten wurden ebenso ermittelt wie Daten zum gewohnheitsmäßigen Ess- und Trinkverhalten und verschiedene klinische Messparameter.

    Im Ergebnis zeigte sich ein Zusammenhang zwischen dem Genuss von Kaffee und Tee und einzelnen Parametern des Metabolischen Syndroms. So war beispielsweise sowohl der Konsum von Espresso als auch der von Tee umgekehrt assoziiert mit dem Triglycerid-Blutspiegel. Die gesundheitsfördernde Wirkung der beiden Getränke war bei denjenigen Individuen stärker ausgeprägt, die ungesunde Essgewohnheiten hatten.

    Interessanterweise schien das Koffein in den Getränken nicht ausschlaggebend für die positiven Effekte zu sein, denn es gab keinen Zusammenhang zwischen der Koffeinaufnahme und Parametern des Metabolischen Syndroms

    Quelle:

    Grosso, G. et al.: Factors associated with metabolic syndrome in a Mediterranean population: role of caffeinated beverages. Journal of Epidemiology, 2014;24(4):327-33. Epub 2014 4.5.2014

  • Koffein: Evolution des Muntermachers

    Koffein ist nicht nur im Kaffee enthalten, sondern auch – in geringeren Mengen – in Tee und Kakao. Bisher war unklar, woher dieses Koffein stammt: Entwickelte ein gemeinsamer Vorfahre aller drei Pflanzen diese Substanz? Oder entstand sie in der Evolution der Pflanzen mehrfach unabhängig voneinander? Um diese Fragen zu beantworten, hat ein internationales Forscherteam das Erbgut des Kaffees entschlüsselt.

    Die Ergebnisse legen nahe, dass das Koffein im Laufe der Evolution mindestens zweimal unabhängig voneinander entstanden ist, zum einen in der Kaffeepflanze, zum anderen in Kakao und Tee.

    Doch die beliebten Bohnen offenbarten den Forschern noch weitere Geheimnisse: So enthält das Erbgut des Kaffees besonders viele Gene, die die Abwehrkraft der Pflanze stärken und die die Produktion von sekundären Pflanzeninhaltsstoffen kontrollieren. Demnach ist Kaffee die reinste Fabrik für pflanzliche Wirkstoffe: Er erzeugt Flavonoide und Monoterpene, die antioxidativ wirken und Krebs vorbeugen sollen. Außerdem Alkaloide, die je nach Art und Dosis als Arzneimittel wirken können. Und nicht zuletzt natürlich: Koffein.

    Quellen:

    1. Denoeud, F. et al.: The coffee genome provides insight into the convergent evolution of caffeine biosynthesis. Science, Vol. 345, Nr. 6201:1181-1184; September 2014 DOI: 10.1126/science.1255274
    2. Coffee genome sheds light on the evolution of caffeine, Pressemitteilung der University at Buffalo vom 4.9.2014 www.buffalo.edu/news/releases/2014/09/005.html
  • Männer: Frakturrisiko durch Kaffeegenuss nicht erhöht

    Neuere Ergebnisse einer großen schwedischen Kohortenstudie unter Frauen haben gezeigt, dass der Genuss von Kaffee das Frakturrisiko bei ihnen nicht erhöht. Ob dies auch für Männer gilt, war bisher nicht genau bekannt.

    Schwedische Forscher haben, um diese Frage zu klären, die Daten der Cohort of Swedish Men (COSM) mit mehr als 40.000 Männern im Alter zwischen 45 und 79 Jahren ausgewertet. Die Teilnehmer hatten im Jahr 1997 einen ausführlichen Fragebogen ausgefüllt. Während der Nachbeobachtungszeit von mehr als 11 Jahren erlitten 5.066 der Männer eine Fraktur, bei 23 Prozent der Fälle handelte es sich um eine Schenkelhalsfraktur.

    Die nun erfolgte Datenanalyse ergab keinen Zusammenhang zwischen erhöhtem Kaffeekonsum und dem Frakturrisiko allgemein bzw. dem Risiko einer Schenkelhalsfraktur.

    Für Männer, die vier oder mehr Tassen Kaffee tranken, lag die Hazard Ratio (HR) im Vergleich zu denen, die weniger als eine Tasse Kaffee/Tag tranken bei 0,91 in Bezug auf Frakturen allgemein, bzw. bei 0,89 in Bezug auf Schenkelhalsfrakturen.

    Zusammenfassend lässt sich feststellen, so die Forscher, dass selbst hoher Kaffeekonsum nicht mit einem erhöhten Frakturrisiko verbunden ist.

    Hintergrund: Hazard Ratio

    Das Hazard Risiko (HR; „Risiko-Verhältnis“) beschreibt die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Mensch, der für eine bestimmte Zeit unter Beobachtung steht, in dieser Zeit ein “Ereignis” hat. Das “Ereignis” kann zum Beispiel, wie in diesem Fall, ein Knochenbruch sein. Dafür werden die Häufigkeiten, mit denen das Ereignis in zwei verschiedenen (Behandlungs-) Gruppen auftritt, in Beziehung zueinander gesetzt. Die HR gibt somit das Risikoverhältnis zwischen verschiedenen Behandlungsgruppen an. Eine Hazard Ratio von 1 (HR = 1) bedeutet, dass es keinen Unterschied zwischen zwei Gruppen gibt. Liegt die HR über 1, ist das Risiko für die beobachtete Gruppe größer, in einer bestimmten Zeit ein Ereignis zu haben. Liegt die HR unter 1, ist das Risiko für die beobachtete Gruppe kleiner. 

    Quelle:

    Hallström, H. et al.: Coffee Consumption and Risk of Fracture in the Cohort of Swedish Men (COSM), PLoS ONE 9(5); Mai 2014 doi: 0.1371/journal.pone.0097770

  • Mehr Kaffee - weniger Prostatakrebs?

    Aufgrund von Beobachtungsstudien und Untersuchungen im Tiermodell wird vermutet, dass es einen Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und dem Risiko für die Entwicklung eines Prostata-Karzinoms geben könnte. Die Studienergebnisse dazu waren allerdings bisher uneinheitlich.

    Chinesische Forscher haben daher Langzeitstudien einer Metaanalyse unterzogen. Dabei flossen die Daten aus 10 prospektiven Kohortenstudien mit über 200.000 Teilnehmern in die Analyse ein. Fast 9.000 der Teilnehmer entwickelten im Beobachtungszeitraum ein Prostatakarzinom.

    Dabei zeigte sich, dass das Risiko, ein Prostatakarzinom zu entwickeln, bei denjenigen Teilnehmern geringer war, die regelmäßig Kaffee tranken. Im Vergleich zu den Teilnehmern, die selten oder nie Kaffee tranken, lag das relative Risiko für diese Erkrankung bei ihnen nur bei 0,88. 

    Quelle:

    Cao, S. et al.: Coffee consumption and risk of prostate cancer: a meta-analysis of prospective cohort studies; Carcinogenesis. 2/2014, Vol. 35(2):256-61. doi: 10.1093/carcin/bgt482

  • Muntermacher gegen Tinnitus?

    Eigentlich stand Koffein lange in dem Ruf, Tinnitus eher auszulösen, als zu verhindern. Immer wieder bekommen auch heute noch Patienten mit den lästigen Ohrgeräuschen daher den Rat, auf Kaffee und Schwarztee zu verzichten.

    Doch bereits im Jahr 2010 konnten britische Forscher in einer Studie zeigen, dass der Konsum von Kaffee die chronische Ohrgeräusche nicht verschlimmert. In der Untersuchung verabreichten die Wissenschaftler der Universität Bristol 66 Tinnitus-Patienten, die gewöhnlich Kaffee tranken, wechselweise für jeweils zehn Tage entweder das muntermachende Getränk oder aber ein koffeinfreies Präparat. Die Kaffeeabstinenz linderte die Probleme nicht, so die Forscher im Fachblatt International Journal of Audiology.

    In einer aktuellen Studie von 2014 konnten kanadische Forscher nun sogar zeigen, dass koffeinhaltiger Kaffee möglicherweise sogar vorbeugend gegen Tinnitus wirkt.

    Über 65.000 Frauen wurden im Rahmen der Nurses' Health Study II über viele Jahre hin zu ihrem Verhalten und ihrer Gesundheit befragt. Knapp 5.300 von ihnen entwickelten im Verlauf von 18 Jahren einen Tinnitus.

    Dabei zeigte sich: Das Risiko für das belastende Ohrgeräusche war für Frauen, die mehr als 600 mg Koffein täglich zu sich nahmen, um 21 Prozent geringer als für Teilnehmerinnen, die weniger als 150 mg pro Tag konsumierten. 600 mg Koffein entsprechen circa fünf Tassen Kaffee. Auch kleinere Mengen Koffein reduzierten schon das Risiko, aber in geringerem Maße.

    Koffeinfreier Kaffee zeigte keine Effekte, was den Schluss nahelegt, dass das Koffein für die prophylaktische Wirkung verantwortlich ist.

     

     

    Quellen:

    1. Glicksman, J. T. et al.: A prospective study of caffeine intake and risk of incident tinnitus; American Journal of Medicine 127(8):739-43, 8/2014. doi: 10.1016/j.amjmed.2014.02.033
    2. Claire, L. S. et al.: Caffeine abstinence: an ineffective and potentially distressing tinnitus therapy; International Journal of Audiology 49(1):24-9, 1/2010. doi: 10.3109/14992020903160884.
  • Metaanalyse: Koffein bringt Herz nicht aus dem Takt

    Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Koffein das Herz aus dem Takt bringen und einem Vorhofflimmern Vorschub leisten könne. Und dies, obwohl bereits in der Vergangenheit verschiedene Studien Entwarnung gaben.

    Nun wurden die Daten von sechs prospektiven Kohorten-Studien mit insgesamt mehr als 228.450 Teilnehmern einer Metaanalyse unterzogen. Das Ergebnis zeigt: Kaffee- und Teetrinker müssen sich keine Sorgen machen, dass ihr Herzrhythmus wegen der Koffein-Aufnahme zu stolpern beginnt und in Vorhofflimmern umschlägt.

    In einer ersten Analyse der Daten zeigte sich, dass der Konsum von Koffein mit einem um 10 Prozent verringerten Risiko für Vorhofflimmern assoziiert war. In einer weiteren Analyse kam heraus, dass das Risiko bei niedriger Koffeinzufuhr relativ um 11 Prozent und bei hoher Zufuhr um 16 Prozent niedriger war. Eine Dosis-Wirkung-Analyse ergab schließlich, dass jede Zunahme der Koffeinzufuhr um 300 Milligramm mit einer Reduktion des Risikos für Vorhofflimmern um sechs Prozent einherging.

    Allerdings heißt das umgekehrt nicht, dass man nun extra möglichst viel Koffein zu sich nehmen sollte, um das Arrhythmierisiko zu minimieren. In Bezug auf Kaffee raten Experten zu einem moderaten Genuss von vier bis sechs Tassen des Getränkes am Tag.

    Quelle:

    Min Cheng et al.: Caffeine Intake and Atrial Fibrillation Incidence: Dose Response Meta-analysis of Prospective Cohort Studies, Canadian Journal of Cardiology, Volume 30, Issue 4, April 2014, Pages 448–454, Adoi.org/10.1016/j.cjca.2013.12.026

  • Schlaganfall-Risiko: Fünf Tassen pro Tag sind kein Problem

    Die Befürchtung mancher Mitbürger, dass Kaffeegenuss das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen könnte, wurde erneut entkräftet. Forscher haben festgestellt, dass Menschen, die bis zu fünf Tassen Kaffee pro Tag trinken, sogar seltener einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt erleiden als diejenigen, die gar keinen Kaffee trinken.

    „Nach jahrzehntelanger Diskussion und Verunsicherung ist dies sicher eine gute Nachricht für unsere Patienten“, sagt Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Direktor der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Essen und Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.

    Wissenschaftler der Universitäten Harvard (USA) und Singapur hatten gemeinsam eine Metaanalyse früherer Studienergebnisse durchgeführt. Insgesamt gingen 36 Studien in die Analyse ein. Sie zeigten ein reduziertes Risiko für Kaffeetrinker, an Herz-Kreislauferkrankungen allgemein und speziell an Schlaganfällen zu leiden.

    Im Vergleich zu Menschen, die gar keinen Kaffee tranken, war die Schlaganfall-Rate unter denjenigen, die fünf Tassen pro Tag tranken um fünf Prozent niedriger gewesen. In der Gruppe mit durchschnittlich 1,5 Tassen pro Tag waren elf Prozent weniger Schlaganfälle aufgetreten. Das geringste Schlaganfallrisiko hatten die Forscher für die Gruppe mit moderatem Kaffee-Konsum (durchschnittlich 3,5 Tassen) errechnet: Es war um 20 Prozent geringer als bei Menschen, die gar keinen Kaffee tranken.

    „Kaffee ist – in Maßen genossen – kein Risikofaktor für den Schlaganfall. Wir raten den Menschen, lieber auf den Blutdruck zu achten, sich zu bewegen und nicht zu rauchen“, erklärt Diener. 

    Quelle:

    Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Schlaganfall-Risiko: Fünf Tassen Kaffee pro Tag sind kein Problem; Pressemeldung vom 24.03.2014 unter www.dgn.org

  • Koffeinhaltiger Nektar verbessert Erinnerung bei Bienen

    Kaffee am Morgen bringt nicht nur Menschen in Schwung - auch Bienen bekommen durch Koffein einen „geistigen“ Schub. Bei richtiger Dosis erinnern sich die Tiere bis zu dreimal länger an bestimmte Düfte, wie Forscher in der renommierten Fachzeitschrift Science erklären.

    Kaffeepflanzen, verschiedene Zitrusgewächse und andere Pflanzen produzieren Koffein, vor allem um Fraßfeinde abzuwehren. Auch der Blütennektar dieser Pflanzen enthält geringe Mengen des Alkaloids. Möglicherweise ist das ein Vorteil für die Pflanzen und ihre Bestäuber, wie britische Wissenschaftler um die Biologin Geraldine  Wright herausgefunden haben. Denn Bienen, die sich an dem koffeinhaltigen Zuckersaft gelabt haben, veränderten ihr Verhalten: Sie erinnern sich noch Tage später besser an den Duft dieser Blüten und suchen sie bevorzugt auf. Für die Pflanzen bedeutet dies einen Wettbewerbsvorteil, denn ihre Pollen werden effektiver verbreitet. Die Bienen profitieren ebenfalls davon, da sie die Futterplätze schneller wiederfinden.

    „Unsere Arbeit trägt dazu bei, die grundlegenden Mechanismen zu verstehen, durch die Koffein auch unser Gehirn beeinflusst“, sagt Geraldine Wright von der Newcastle University, die Leiterin des Forscherteams. Dass Koffeinkonsum die Gedächtnisleistung des Menschen verbessert, ist bekannt. Eine vergleichbare Wirkung, die auf ähnlichen molekularen Reaktionen beruht, stellten die Biologen auch bei den Bienen fest: Koffein regte bei ihnen einen bestimmten, für das Langzeitgedächtnis wichtigen Typ von Hirnzellen an. Neuronen vergleichbarer Funktion sind auch beim Menschen in der Hirnregion des Hippocampus an Lernprozessen beteiligt. „Was wir bei den Bienen sehen, könnte erklären, warum viele Menschen beim Lernen Kaffee trinken“, sagt Wright. 

    Quellen:

    1. Koffeinhaltiger Nektar stärkt Gedächtnis von Bienen; Wissenschaft aktuell vom 8.3.13 (www.wissenschaft-aktuell.de)
    2. Geraldine A. Wright et al.: Caffeine in floral nectar enhances a pollinator's memory of reward; Science online 8.3.2013, DOI: 10.1126/science.1228806
  • Kaffee als Gedächtnishilfe?

    Koffein hält wach und steigert die Konzentrationsfähigkeit – das ist bekannt. Eine neue Untersuchung belegt nun, dass gemäßigter Koffeinkonsum auch die Genauigkeit des Langzeitgedächtnisses fördern kann.

    In der Studie präsentierten US-Forscher der Johns Hopkins Universität in Baltimore ihren Studienteilnehmern zunächst eine Reihe von Bildern. Unmittelbar danach erhielt die Hälfte von ihnen 200 mg Koffein, der Rest schluckte ein Placebo. 24 Stunden später erschienen die Teilnehmer erneut, um eine Erinnerungsaufgabe auszuführen. Sie mussten entscheiden, welche der nun vorgelegten Bilder sie am Vortag bereits gesehen hatten, welche neu waren und welche zwar neu waren, aber den alten Bildern sehr ähnlich sahen – sogenannte Köder. Neue und alte Bilder konnten alle Teilnehmer etwa gleich gut unterscheiden. Beim Erkennen der Köderbilder jedoch schnitten diejenigen besser ab, die am Vortag nach dem Anschauen der Bilder Koffein erhalten hatten. Die Vorteile zeigten sich bei bestimmten Koffeinmengen. 100 mg waren zu wenig, bei 300 mg zeigte sich kein weiterer Vorteil gegenüber 200 mg.

    Es ist bekannt, dass neues Wissen nach dem Lernen einige Zeit braucht, bis es sich im Gedächtnis „festgesetzt“ hat. Man nimmt an, dass die Einnahme von Koffein direkt nach dem Lernen diesen sogenannten Konsolidierungsprozess günstig beeinflussen kann. Wie das genau funktioniert, ist allerdings noch nicht geklärt.

    Auch kann man noch keine Aussagen darüber machen, ob die Vorteile im Alltag relevant sind.

    Die Studienteilnehmer tranken allesamt nur wenig Kaffee (nicht mehr als 4 Tassen/Woche). Bei regelmäßigerem und höheren Kaffeekonsum, beispielsweise von 4 Tassen am Tag, treten Gewöhnungseffekte ein. Ob dies die Studienergebnisse beeinflusst, muss ebenfalls noch geklärt werden.

    Quellen:

    1. Daniel Borota et al., Post-study caffeine administration enhances memory consolidation in humans; Nature Neuroscience, online publiziert am 14.1.2014 doi:10.1038/nn.3623
    2. Caffeine has positive effect on memory, Johns Hopkins researchers say; Pressemitteilung der Johns Hopkins Universität vom 12.1.2014 hub.jhu.edu/2014/01/12/caffeine-enhances-memory
  • Review: Kaffee & Leber

    Viele verschiedene Studien haben mittlerweile aufgezeigt, dass Kaffeetrinker mit chronischer Lebererkrankung – unabhängig von der primären Ursache – ein geringeres Risiko für Leberzirrhose und Leberkrebs aufweisen.

    Angesichts der weltweit zunehmenden Häufigkeit der nichtalkoholischen Fettleber (NAFLD) hat sich der Fokus der Wissenschaftler nun auch auf den Einfluss des Kaffeekonsums auf diese Erkrankung gerichtet.

    Jetzt ist ein Review erschienen, das einen Überblick über die Ergebnisse aus den epidemiologischen und klinischen Studien liefert.

    Das chinesisch-australische Forscherteam weist darauf hin, dass Kaffeekonsum wohl tatsächlich den Schweregrad der NAFLD mindern kann. Außerdem werden verschiedene Eigenschaften des Kaffeeextraktes diskutiert, die für den schützenden Effekt verantwortlich sein könnten. Darunter fallen beispielsweise die antioxidativen, antiinflammatorischen oder antifibrotischen Wirkungen des Kaffees. Für die positiven Effekte machen die Forscher nicht das Koffein, sondern andere Inhaltstoffe verantwortlich.

    Quelle:

    Chen, S. et al.: Coffee and Non-Alcoholic Fatty Liver Disease: Brewing evidence for hepatoprotection? J Gastroenterol Hepatol. 2013 Nov 7. doi: 10.1111/jgh.12422.