Archiv: Jahr 2013

Hier finden Sie Meldungen aus dem Jahr 2013

  • Weltdiabetes-Tag am 14. November

    Schätzungsweise sechs Millionen Menschen allein in Deutschland – Tendenz steigend – sind von der längst zur Volkskrankheit avancierten Stoffwechsel-erkrankung Diabetes mellitus Typ 2 betroffen. In ganz Europa wird die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit in einer Population) mit 6,7 % angegeben, d.h. es sind 55 Millionen daran erkrankt.

    Der in diesem Zusammenhang oft verwendete Begriff „Altersdiabetes“ verliert mehr und mehr seine Berechtigung, denn die Patienten werden immer jünger. Im Gegensatz zum  Typ-1-Diabetes, bei dem durch eine autoimmune Reaktion die insulinproduzierenden Zellen zerstört werden, kommen beim Typ-2-Diabetes andere Ursachen zum Tragen. Nicht immer, aber doch in vielen Fällen trägt unser Lebensstil zu einem erhöhten Risiko bei: Ernährungs-gewohnheiten mit zuviel Fett und Zucker und in der Folge Übergewicht. Dazu kommt meist noch Bewegungsfaulheit. All diese Faktoren begünstigen das Entstehen der Zuckerkrankheit mit ihren weitreichenden Folgeerkrankungen zum Beispiel an Nieren oder Augen.

    Diabetes ist ein wichtiges Thema, dem die Vereinten Nationen seit 2006 einen offiziellen Tag gewidmet haben, den Weltdiabetestag, der immer am 14. November begangen wird. Weltweit gibt es  an zahlreichen Orten verschiedenste Aktivitäten.  Auch die Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft findet in zeitlicher Nähe (15. – 17. November) zu dem Aktionstag statt. Ärzte, Wissenschaftler und andere Experten tauschen auf diesem Fachkongress neue Erkenntnisse etwa zur Prävention, Diagnostik und Therapie aus.

    Apropos Prävention: Seit vielen Jahren versuchen Forscher aus aller Welt die Wirkungen des Kaffees zu ergründen. Ein Zusammenhang mit dem präventiven, also schützenden, Effekt von Kaffee auf die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes konnte inzwischen in zahlreichen Studien gezeigt werden. Im Vergleich zu denjenigen, die durchschnittlich weniger als  eine bis zwei  Tassen Kaffee am Tag trinken, haben offenbar die Menschen, die drei bis vier Tassen Kaffee genießen, ein etwa 25 Prozent niedrigeres Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln. In der „Strong Heart Study“  von Zhang zeigte sich sogar, dass das Risiko mit jeder Tasse mehr weiter sank. Wie der Schutzeffekt zustande kommt, ist aber noch nicht abschließend geklärt.

    Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Kaffee und Diabetes.

    Quelle:

    Huxley et al. Arch Intern Med. 2009;169(22):2053-2063; Floegel et al. Am J Clin Nutr 2012;95:901-8. Zhang et al. Nutr Metab Cardiovasc Dis. 2011 June ; 21(6): 418–423. doi:10.1016/j.numecd.2009.10.020.

  • Sodbrennen steht nicht im Zusammenhang mit Kaffee

    Sodbrennen, auch als Refluxkrankheit bekannt, ist eine der am häufigsten auftretenden Erkrankungen weltweit. Als Ursache wird neben Alkohol­konsum, zu fettigem oder salzigem Essen und Tabak auch Kaffeekonsum genannt. Eine aktuelle Metaanalyse durch zwei unabhängige Autoren ergab nun, dass es keinen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Genuss von Kaffee und Sodbrennen gibt.

    Daten aus 15 ausgewählten Studien waren in die Analyse eingeflossen. Das Odds Ratio für Sodbrennen nach der Einnahme von Kaffee lag nur bei 1,06.

    Lediglich in einer Subgruppenanalyse, in der die Gruppen nach Art der Diagnose (durch Endoskopie oder nur durch Symptombeschreibung) getrennt wurden, wies die Endoskopie-Gruppe ein erhöhtes Quotenverhältnis auf. In Subgruppenanalysen bezogen auf die Menge der täglichen Kaffeeaufnahme, Qualität der Studie und Beurteilung der Belastung wurde jedoch kein wesentlicher Zusammenhang zwischen Kaffee und Sodbrennen festgestellt.

    Quelle:

    J Kim et al., Association between coffee intake and gastroesophageal reflux disease: a meta-analysis, Diseases of the Esophagus; Dis Esophagus. 2013 Jun 24. doi: 10.1111/dote.12099.

  • Kaffee und Tee beugen Fettleber vor

    Mehrere Studien haben darauf hingewiesen, dass der Konsum von Kaffee und Tee unter Umständen eine nicht-alkoholbedingte Fettleber (NASH) vorbeugen kann. Für diesen schützenden Effekt ist unter anderem wahrscheinlich das Koffein verantwortlich, dass den Fettabbau in den Hepatozyten ankurbelt. Wie dies genau geschieht, war bisher allerdings nicht bekannt. Mediziner der Duke Universität in Durham/North Carolina haben nun eine mögliche Erklärung für diese Wirkmechanismen entdeckt.


    In Experimente an Mäusen, die einer fettreichen Diät unterzogen wurden, zeigten die Forscher, dass Koffein die Aufnahme von Fetten in die Lysosomen fördert und autophagozytotische Prozesse stimuliert.

    Die offizielle Pressemitteilung der medizinischen Fakultät der Duke Universität gibt an, dass der tägliche Konsum von etwa 4 Tassen Kaffee oder Tee den Schutz vor der Erkrankung an einer Fettleber unterstützen könne. Die ausführlichen Studienergebnisse werden in der Septemberausgabe der Zeitschrift „Hepatology“ veröffentlicht.

    Quelle:

    1. Coffee and Tea May Contribute to a Healthy Liver, Pressemitteilung der Duke University vom 16.8.2013 bei dukehealth.org. www.dukehealth.org/health_library/news/coffee-and-tea-may-contribute-to-a-healthy-liver
    2. Sinha, R. A. et al., Caffeine stimulates hepatic lipid metabolism via autophagy-lysosomal pathway; Hepatology 09/2013. Doi: 10.1002/hep.26667.
  • Kaffee nicht knochenschädigend

    Frakturrisiko und Knochendichte werden durch Kaffeegenuss kaum beeinflusst

    Lange Zeit hielt man es auf Grund von älteren Beobachtungsstudien für möglich, dass hoher Kaffeekonsum besonders die Knochen von Frauen schädigen könnte. Die im Juli 2013 veröffentlichte schwedische Längsschnittstudie der Forscher um Helena Hallström von der National Food Agency widerlegt jetzt diese Befürchtung – Kaffee wirkt sich demzufolge weder auf das Frakturrisiko noch auf die Knochendichte schwerwiegend aus.

    Die Studie zeigt, dass selbst hoher Kaffeegenuss von bis zu 8 Tassen am Tag das Frakturrisiko nicht maßgeblich erhöht. Von den 61.433 Studienteilnehmerinnen der Geburtsjahre 1914 bis 1948 erlitten in einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 14 Jahren 14.738 Frauen Frakturen, davon 3.871 an der Hüfte. Ein Zusammenhang mit Kaffeekonsum konnte jedoch nicht hergestellt werden, denn Kaffeetrinkerinnen zogen sich nicht öfter Knochenbrüche zu als Nicht-Kaffeetrinkerinnen.

    Zwar könne man bei den Kaffee trinkenden Studienteilnehmerinnen einen geringfügigen Unterschied in der Knochendichte feststellen, aber erst ab einer ordentlichen Tagesration, und auch dann nur in geringem Ausmaß: Ab vier Tassen Kaffee sank laut Studie die Knochendichte in der Lendenwirbelsäule um 4 Prozent, im proximalen Oberschenkelknochen um 2 Prozent. Das relative Risiko für Osteoporose wurde dabei kaum erhöht. Es betrug 1,28 bei Vieltrinkerinnen gegenüber Nichtkonsumentinnen.

    Quelle:

    Kaffee schlägt nicht auf die Knochen, publiziert am: 31.7.2013 bei springermedizin.de, basierend auf: Hallström H et al., Long-term Coffee Consumption in Relation to Fracture Risk and Bone Mineral Density in Women. American Journal of Epidemiology 2013, online 23. Juli; doi: 10.1093/aje/kwt062

  • Koffein und Schwangerschaft

    Viele Schwangere nehmen koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Cola oder Tee zu sich. Koffein kann die Plazenta ungehindert passieren, daher empfiehlt die Weltgesund-heitsorganisation (WHO) schwangeren Frauen, nicht mehr als 300mg Koffein am Tag zu sich zu nehmen.

    Bisher waren die Ergebnisse von Untersuchungen zu Auswirkungen des Koffeinkonsums in der Schwangerschaft widersprüchlich. Eine Studie an fast 60.000 Schwangeren in Norwegen schafft nun mehr Klarheit.

    Sie zeigt: Kaffeetrinkerinnen müssen keine Fehl- oder Frühgeburt oder andere schwerwiegende Komplikationen befürchten. Allerdings steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie ein für sein Alter zu kleines und leichtes Kind auf die Welt bringen.

    Konsumierte die Mutter im Durchschnitt 100mg Koffein pro Tag, dann wog ihr Kind bei der Geburt statt der erwarteten 3.600g zwischen 21g und 28g weniger und war auch kleiner als normal. Ob dies im Rahmen der von der WHO empfohlenen maximalen Koffeinmenge von 300mg eine Relevanz hat, muss geklärt werden.

    Quellen:

    1. Sengpiel, V.  et al. Maternal caffeine intake during pregnancy is associated with birth weight but not with gestational length: results from a large prospective study, BioMed Central, online publiziert am 19.2.2013, doi:10.1186/1741-7015-11-42
    2. Bild der Wissenschaft online vom 19.2.2013